Was tun bei wunden Brustwarzen?

wunde Brustwarzen

Affiliate Links*

Schmerzen beim Stillen und wunde, blutige Brustwarzen: die meisten Mütter leiden in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt daran. Es wird als normal angesehen, etwas wodurch Mütter einfach durch müssen. Nicht wenige stillen daher schon in den ersten Wochen ab, weil sie den Schmerz nicht mehr ertragen können.

Ein gewisser Ansaugschmerz kann dabei in den ersten Tagen durchaus normal sein, aber wunde, blutige und schmerzende Brustwarzen sind es definitiv nicht. Schmerzen beim Stillen, sind immer ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und da mal drauf gesehen werden muss. Manchmal liegt es an Dingen wie Soor – eine Pilzinfektion die gar nicht so selten vorkommt, Vasospasmen – die durch eine verminderte Durchblutung der Brustwarze entstehen und zu stechenden Schmerzen die tief in die Brust ziehen führen, einem zu kurzem Zungenbändchen oder anderen anatomischen Anomalien beim Säugling oder einer Saugverwirrung nach Flaschen- oder Schnullergabe.

Im Handel gibt es diverse Mittelchen wie Salben, Kompressen oder Stillhütchen, mit denen dann versucht den Schmerz zu verringern und die Wundheilung zu unterstützen. Leider bringt das nur kurzfristig einen kleinen Erfolg, weil dadurch einfach die Ursache nicht bekämpft wird.

Dennoch können, ergänzend zu einer professionellen Stillberatung, einige dieser Hilfsmittel durchaus unterstützend wirken. Daher habe ich dir hier eine Liste von hilfreichen Mitteln und Maßnahmen gegen wunde Brustwarzen zusammengestellt.

Die vorgestellten Marken sind natürlich alle WHO Kodex konform.

In den allermeisten Fällen (ca. 80%) ist die Ursache von blutigen und schmerzenden Brustwarzen schlicht eine nicht optimale Anlegetechnik.

Ein kleiner, nicht unbedingt auffälliger Fehler beim Anlegen kann schon reichen um dir das Stillen so richtig schmerzhaft zu machen,. Meist treten aber gleich mehrere Fehler gleichzeitig auf.

Daher ist es bei wunden und schmerzenden Brustwarzen wichtig unbedingt eine ausgebildete Stillberaterin vor Ort oder online zu kontaktieren. Sie kann die Anlegetechnik überprüfen, schauen ob es anatomische Gründe für die Schmerzen geben könnte und sehen ob noch weitere therapeutische Maßnahmen wie Medikamente nötig sein könnten.

Leider hat nicht jede Mama die Möglichkeit eine Stillberaterin zu kontaktieren. Daher erkläre ich dir in meinem mini- eBook ausführlich, was zu wunden Brustwarzen führt, wie du es erkennst und vermeiden kannst. Eine professionelle Beratung kann natürlich trotz allem nicht ersetzt werden.

Zur Behandlung von wunden Brustwarzen gibt es mindestens genauso viele gut gemeinte Tipps und Ratschläge wie zum Stillen selbst. Meist ist dabei gut gemeint leider alles andere als gut. Oft werden diverse Cremes empfohlen, die durch das unbedingt erforderliche Abwaschen vor dem Stillen noch mehr zu rissigen und ausgetrockneten Brustwarzen beitragen, statt dagegen zu helfen. Ich hab auch schon von so abenteuerlichen Tipps wie Speisestärke auf den Brustwarzen gelesen, was die Gefahr einer Infektion stark erhöht.

 

Wunde Brustwarzen sollten wie jede andere Wunde optimal versorgt werden.

Hierzu muss die Wunde erst mal gereinigt werden um die Vermehrung von Bakterien und anderen Krankheitserregern zu vermeiden.

Dafür solltest du die Brustwarzen nach dem waschen mit warmen Wasser und milder Seife, bei Entzündungszeichen mit einer physiologischen Kochsalzlösung spülen und danach mit einem weichen Handtuch vorsichtig abtupfen.

Kochsalzlösung kannst du entweder fertig in der Apotheke kaufen oder du stellst sie selbst her.

Zum selbst herstellen von Kochsalzlösung (0,9%) löst du einfach 1 gestrichenen Teelöffel Kochsalz in einem halben Liter Wasser auf. Verschlossen im Kühlschrank gelagert kannst du die Kochsalzlösung bis zu 3 Tage benutzen, danach solltest du eine frische Kochsalzlösung zubereiten.

 

Nach der Reinigung kommen diverse Pflegemaßnahmen in Betracht.

Zum einen sollte hier Wert auf eine so genannte feuchte Wundheilung gelegt werden um das physiologische Milieu aufrecht zu erhalten. Hierbei wird die Bildung von Schorf verhindert, es schmerzt weniger und die Wundheilung wird stark verkürzt.

Nach dem Stillen solltest du immer einen Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze verteilen und dort trocken lassen. Die antibakteriellen Stoffe der Muttermilch schützen vor Infektionen.

Eine sehr einfache und sofort anwendbare Maßnahme sind Warmwasser-Kompressen auf die Brustwarzen zu legen. Oft wird auch Schwarztee dafür empfohlen. Dieser hat zwar entzündungshemmende Eigenschaften, hinterlässt aber einen bitteren Geschmack der sich nicht so einfach abwaschen lässt und führt bei Kindern nicht selten zur Verweigerung der Brust.

 

Hydrogel- Kompressen

Bei stärkeren Problemen haben sich Hydrogel- Kompressen bewährt. Hydrogel- Kompressen wirken schmerzlindernd und kühlend. Sie sind sehr effektiv und Symptome reduzieren sich schon nach kürzester Zeit. Allerdings muss bei der Anwendung jeglicher Kompressen stark auf die Hygiene geachtet werden um die Infektionsgefahr nicht noch zu erhöhen. Außerdem können die Kompressen auf der der Wunde festkleben, was das Abziehen nicht nur extrem schmerzhaft macht, sondern auch die Brustwarze wieder aufreißen lässt.

Kompressen mit Aloe Vera blockieren dazu noch viele schädliche Bakterien und Mikroorganismen auf natürliche Weise.

Brustwarzensalben

Auch Brustwarensalben funktionieren nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung und sollen angegriffene, wunde Brustwarzen vor dem Austrocknen schützen.

Wenn möglich solltest du nur Cremes verwenden, die vor dem Stillen nicht abgewaschen werden müssen. Die meisten Cremes enthalten Lanolin oder bestehen zu 100% daraus. Viele Mütter fühlen sich mit der schützenden Lanolinschicht wohler, obgleich Studien zeigen, dass Brustwarzensalben nicht besser wirken als Muttermilch auf der Brustwarze trocknen zu lassen.

Brustwarzensalben sollten immer nur zur Behandlung schon vorhandener Probleme, niemals aber zur Vorbeugung derer genutzt werden.

 

Viele Frauen reagieren allergisch auf Lanolin. In dem Fall kann eine Salbe auf Basis pflanzlicher Öle helfen. Einige davon  müssen allerdings vor dem Stillen abgewaschen werden, wodurch der Gebrauch gut abgewogen werden sollte.

Neben der feuchten Wundheilung liegt noch ein besonderes Augenmerk auf der Vermeidung von weiteren Reizen wie Reibung und Druck, vor allem an der Kleidung.

Hierfür gibt es verschiedene Brustwarzenschoner.

Brustringe

Brustringe schützen die Brustwarzen ähnlich wie Zinn- und Silberhütchen, vor dem Abknicken und scheuern an Kleidung und verbessern damit gleichzeitig die Durchblutung ,was wiederum die Wundheilung anregt. Um die Vermehrung von Keimen zu vermeiden müssen sie mehrmals täglich gewechselt werden. Allerdings drücken die Ringe auf das Brustgewebe um die Brustwarzen. Dieser Druck erhöht die Gefahr eines Milchstaus und setzen nicht auf die vorteilhaftere feuchte Wundheilung. Dafür kann aber bei Bedarf zusätzlich eine Brustwarzensalbe angewendet werden.

 Wiener Brust-Donuts, die von österreichischen IBCLC Beraterinnen entwickelt wurden, kannst du ganz leicht selbst herstellen.

Hierfür brauchst du einen 6cm breiten Schlauchverband und Einmalstilleinlagen.

Pro Donut nimmst du 3 bis 4 Stilleinlagen, faltest sie einzeln zusammen und schneidest die Mitte heraus, so dass nur ein Ring übrig bleibt. Dann schneidest du dir von dem Schlauchverband ein 20-25cm langes Stück ab,fädelst die ausgeschnittenen Stilleinlagen auf und ziehst von einer Seite den Schlauchverband von innen nach außen über die Stilleinlagen. Danach nochmal auf der anderen Seite den Schlauchverband von innen nach außen um die Stilleinlagen ziehen und das ganze nochmal wiederholen. Hier könnt ihr euch die Originalanleitung bebildert ansehen.

Eine andere Möglichkeit Brustwarzenschoner selbst herzustellen: Wickel eine 6cm breite und ca. 2 Meter einer 6 Meter lagen Mullbinde locker um die zusammengehaltenen Finger deiner Hand. Dann nimmst du die Binde von der Hand, rollst sie zu einem festen Ring und legst den Rest der Binde spiralförmig darüber. Fertig.

Wer sich die Arbeit nicht machen will, kann aber auch problemlos fertige Brustringe aus Schaumstoff kaufen.(mamasafe, elanee)

Brustringe
Brustringe von Mamasafe

Zinnhütchen/ Silberhütchen

Zinnhütchen bestehen zu 99,9% aus Reinzinn, Silberhütchen aus 999er Sterlingsilber. Ein großer Vorteil gegenüber den Brustringen ist, dass sie nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung funktionieren. Silber wirkt zudem antibakteriell und entzündungshemmend. Da die Zinn- und Silberhütchen über der Brustwarze liegen, schützen sie die Brustwarze zudem vor abknicken und scheuern an der Kleidung. Es sind keine Salben oder sonstiges nötig, wodurch zusätzlich reizend wirkendes abwaschen der Brustwarze vor dem Stillen entfällt. Die Reinigung ist genau so einfach wie die Anwendung. Zinn- und Silberhütchen können zwischendrin einfach unter fließendem Wasser eventuell unter Zuhilfenahme von milder Seife abgewaschen werden. Zur Sterilisation werden sie einfach in kochendes Wasser gelegt. Allerdings drücken auch sie auf das Gewebe um die Brustwarze und erhöhen damit die Gefahr für einen Milchstau.

Wolle- Seide Stilleinlagen

Seide wirkt antibakteriell und fördert die Heilung wunder Brustwarzen, die Wolle enthält natürliches Lanolin zur Pflege, wie es auch in Brustwarzecremes verwendet wird. Da beide Materialien nicht saugfähig sind, müssen zum Milch auffangen noch weitere Stilleinlagen verwendet werden. Hier habe ich schonmal ausführlich über die verschiedenen Arten von Stilleinlagen geschrieben.

Heilwolle

Heilwolle hat einen großen Anteil an natürlichen Lanolin, wirkt antibakteriell und lässt Luft an die Brustwarze. Sie eignet sich auch sehr gut zur Pflege eines wunden Babypos. Allerdings sollte es bei beiden Möglichkeiten keine offenen Stellen geben, da die Heilwolle sonst schmerzhaft festkleben und sogar einwachsen kann. Heilwolle sollte mehrmals täglich gewechselt werden.

Sollte es zusätzlich zu einer Infektion der Brustwarze kommen, ist eine medizinische Therapie mit einer antibiotischen Salbe angeraten, eventuell auch in Kombination mit einem oralen Antibiotikum.

Bei Verdacht auf eine Mischinfektion ist eine Therapie mit einem Kombipräparat mit einer antibakteriellen und einer entzündungshemmenden Komponente, sowie einem Antimykotikum zu empfehlen.

 

Wenn es trotz aller Maßnahmen und professioneller Stillberatung immer wieder zu wunden Brustwarzen kommt, könnte begleitend noch eine Lasertherapie durch eine speziell geschulte Fachkraft in Erwägung gezogen werden.

Oft werden bei wunden Brustwarzen, vor allem in Geburtskliniken, Stillhütchen empfohlen. Da Stillhütchen aber, um die Brustwarzen wirklich zu schonen, perfekt passen müssen, was sie in der Praxis leider oft nicht tun und auch die große Gefahr einer Saugverwirrung besteht, sind die negativen Auswirkung um einiges höher als ein eventueller Nutzen und sollten daher nicht eingesetzt werden. Wenn du dir aber ein weiterstillen ohne Nutzung eines Stillhütchens nicht vorstellen kannst, können sie in Ausnahmefällen vorübergehend eingesetzt werden. Hierbei muss aber unbedingt auf die richtige Größe und richtige Anwendung geachtet werden. Bei längerer Anwendung sollte auch unbedingt das Gewicht des Kindes öfter kontrolliert werden und du solltest zur Aufrechterhaltung der Milchmenge einmal in 24 Stunden zusätzlich (die Milch nicht verfüttern) abpumpen.

All diese Maßnahmen sind wirklich nur bei wunden und blutigen Brustwarzen indiziert. Gesunde Brustwarzen brauchen weder Kompressen, noch Salben oder sonst irgendetwas. Sie haben eine natürliche Fettschicht (Sebum), die die empfindliche Haut schützt. Zu häufiges oder intensives Waschen oder zu langes Tragen von Stilleinlagen kann diese Schutzschicht stören.

Am besten wird die Brust nur mit warmen Wasser und eventuell milder Seife bei der normalen Routine sanft gewaschen. Viel Luft und die pflegenden Lipide der Muttermilch schützen die Brustwarzen zusätzlich, wenn man nach dem Stillen immer ein paar Tropfen auf der Brustwarze trocknen lässt.

Quellen:

https://www.stillkinder.de/brustwarzenschutz-selber-machen/

*Dieser Artikel enthält Affiliate-Links von Amazon. Kaufst du ein Produkt über solch einen Link, erhalte ich eine kleine Provision – natürlich ohne Mehrkosten für Dich.

Comments

comments

Schreibe einen Kommentar