mit Kleinkind und schwanger 2 Monate nach Thailand

Mehr als die Hälfte unseres Thailandaufenthaltes ist mittlerweile schon vorbei und was soll ich sagen? Diese Reise war wohl eine der besten Entscheidungen unseres Lebens.

Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht ob das, gerade schwanger, so eine gute Idee ist und jedes Mal wenn man sich gerade sicher ist lassen die Ängste anderer einen wieder zweifeln. Sie meinen es nicht böse, ganz klar. Eher im Gegenteil. Unsere Lieben machen sich einfach Sorgen um uns. Da sitzen einfach auch in ihnen Ängste. Auffallend ist vor allem, dass die meisten Warnungen und Ängste von denjenigen kommen die selbst noch nie in Thailand waren- das große Unbekannte ist wohl das, was uns allen am meisten Angst macht.

Wir haben uns in den letzten 3 Jahren sehr verändert und diese Veränderung hat mittlerweile schon zu einigen Entscheidungen geführt die unser Umfeld nicht ganz nachvollziehen kann. Und wir haben immer mehr festgestellt, dass es uns erstens nichts bringt uns (meist irrationale) Angst machen zu lassen und dass wir zweitens immer am besten wissen, was gut für uns ist. Und so warfen wir auch diesmal die Ängste über Bord und buchten unsere Flüge nach Bangkok.

Und nun sitze ich hier zwischen den Kokospalmen und höre das Meer rauschen. Verschiedene Tiergeräusche dringen vom Dschungel zu mir herüber, die Sonne scheint und meine zwei Männer vergnügen sich im Pool der direkt vor unserer Terrasse liegt. Es ist einfach ein Traum hier und irgendwie auch etwas unwirklich, dass wir tatsächlich hier sind und uns den Winter über die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Thailand Koh Ma

Natürlich haben wir uns auch Gedanken gemacht was wir alles brauchen, auf was ich als schwangere eventuell zusätzlich achten muss und welche Gefahren wirklich ganz real sind.

Wir haben uns erkundigt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass vieles einfach Panikmache ist. Gerne erkläre ich euch  mal ein bisschen, wie wir die meistdiskutierten Punkte hier handhaben:

Gepäck:

Wir haben hier sehr viele Familien gesehen, die zu viert mit 4 großen Koffern und 4 mal Handgepäck angereist sind. Ist natürlich möglich und wahrscheinlich auch beruhigend in jeder Lebenslage alles griffbereit zu haben. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden und gingen sogar noch einen Schritt weiter. Wir sind zu dritt ausschließlich mit Handgepäck angereist. 2 Rucksäcke und einen Trolley mit insgesamt ca. 18 Kilo. Kleidung und auch alles andere kann man zur Not vor Ort sehr günstig bekommen.

Eine genaue Packliste, was wir alles mitgenommen haben findet ihr hier: Packliste Thailand

Impfungen und Malariaprophylaxe:

Impfen ist ein schwieriges und heiß diskutiertes Thema. Wir haben uns nach ausführlicher Recherche aufgrund der Inhaltsstoffe und möglichen Nebenwirkungen, sowie aufgrund der Erkrankungswahrscheinlichkeiten und Behandlungsmöglichkeiten gegen sämtliche Impfungen entschieden.

Auch eine Malariaprophylaxe fanden wir aufgrund der oben genannten Gründe für uns nicht sinnvoll.

Nicht zu impfen ist in Deutschland erlaubt und die Entscheidung sollte sorgfältig abgewogen werden. Wir empfehlen jedem, sich in beide Richtungen ausführlich zu informieren.

der Flug:

Gerade als Schwangere soll man ja verstärkt auf eine ausreichende Thromboseprophylaxe achten. Meine Prophylaxe bestand ganz einfach darin, dass ich immer wieder meine Beine bewegt habe, die Füße kreisen lies und die Venenpumpe aktiviert habe. Gelegentliches im Gang auf und ab laufen ist natürlich auch nicht schlecht.

Gegen Thrombosestrümpfe habe ich mich ganz bewusste entschieden, da ich in der letzten Schwangerschaft mehr Probleme als Nutzen durch sie hatte und sie auch recht schnell in die Ecke geschmissen habe. Ich muss aber dazu sagen, dass wir keinen Direktflug hatten, sondern unser Flug auf zwei Flüge mit je ca 5 1/2 Stunden aufgeteilt war mit einem 5 Stunden Aufenthalt in Dubai, bei dem ich mich sehr viel bewegen konnte. Ansonsten hatten wir bei unserem Emirates Flug auch wirklich viel Beinfreiheit, was das ganze natürlich auch vereinfacht hat.

Das Essen war sehr gut und viel und bei Emirates kann man bis 48 Stunden vor dem Flug nicht nur ein Kindermenü auswählen, sondern auch unter ca. 15 verscheiden Menüs das Essen aussuchen. Vegetarisch, vegan, glutenfrei, Obstplatte,… eigentlich ist wirklich für jeden etwas dabei. Wenn man nichts wählt, kann man an Board dann aus zwei Gerichten, im Normalfall beide mit Fleisch oder Fisch, auswählen.

Jetlag:

Ich muss zugeben, die ersten zwei bis drei Tage waren ziemlich durchwachsen. Was allerdings auch an dem langen Aufenthalt in Dubai lag. Dazu kam, dass wir, da unser Shuttle nicht wie vereinbart da stand, erst gegen Mitternacht im Hotel in Bangkok ankamen und am nächsten Morgen um 5 schon wieder zum Flughafen mussten um nach Koh Samui weiter zu fliegen.

Gerade für Jamie war die lange Reise sehr Aufregend und und auch das ungewohnte Klima machte ihm die ersten Tage zu schaffen. So lagen wir 3 Tage eigentlich erst mal fast nur im Bett und haben viel gekuschelt, da er auch immer wieder fieberte. Nach den drei Tagen war aber alles wieder ok und wir können seitdem unseren Aufenthalt richtig genießen.

Sauberkeit und Infektionen:

Das ist wohl das am kontroversesten diskutierte Thema im Internet wenn es um Thailand geht. Natürlich ist hier einiges, gerade was die Müllbeseitigung angeht anders als bei uns. Die Unmengen angespülten Mülls an den Stränden und die Berge von Müll hinter den Häusern, können im ersten Moment schon ein kleiner Kulturschock sein. Und ich möchte nicht behaupten, dass es so etwas wie völlig verdreckte Küchen oder Toiletten ohne jegliche Spülung nicht gibt. Jedoch sind die meisten Thais schon auch auf eine gewisse Hygiene bedacht. Der Müll in und rund um viele Restaurants ist nicht unbedingt ein Zeichen von mangelnder Hygiene, es mangelt schlicht an Möglichkeiten den Müll zu beseitigen. Die Küchen und auch Toiletten sind dennoch in den allermeisten Fällen sehr sauber und die Lebensmittel gut gekühlt.

Das einzige bei dem wir wirklich drauf achten, ist das unser Trinkwasser aus verschlossenen Plastikflaschen kommt. Das Leitungswasser ist aufgrund schlechter Reinigung und großer Keimbelastung wirklich nicht zu empfehlen. Bei Eiswürfeln in Getränken sind wir hingegen ganz locker. Die Wahrscheinlichkeit, das jemand seine Eiswürfel aus Leitungswasser herstellt ist doch sehr gering. Meist kommen sie abgepackt aus dem Supermarkt.

Ansonsten ist es eigentlich immer ein guter Rat sich an die Restaurants und Garküchen zu halten, die auch von den Thais selbst besucht werden. Denn auch die Thais legen keinen Wert auf eine Lebensmittelvergiftung. Dazu bekommt man dort auch noch das authentische Essen. Da könnte höchstens noch der Schärfegrad Probleme machen, bei dem auch “nicht scharf” gerne mal Waldbrände verursachen kann.

Obst haben wir Anfangs mit Trinkwasser abgewaschen, mittlerweile stecken wir uns die Früchte meist einfach so in den Mund, wenn sie nicht gerade wirklich schmutzig aussehen. Der Körper gewöhnt sich unheimlich schnell an die fremden Keime und Bakterien, wenn man ihn lässt, was wiederum unser Immunsystem stärkt. Bis auf etwas Bauchgrummeln in den ersten Tagen, hatten wir bissher noch keine Probleme. Wobei das Bauchgrummeln wahrscheinlich auch eher von den kiloweise verputzen Wassermelonen kam.

Obststand Koh Phangan

medizinische Versorgung:

Im Norden Thailands, wo noch nicht so viele Touristen unterwegs sind mag es anders aussehen, aber in den großen Städten wie Bangkok oder dem Touristisch erschlossenen Süden und Südosten Thailands ist die medizinische Versorgung auserordentlich gut. An jeder Ecke gibt es Apotheken, meist mit englischsprachigen Angestellten, in denen du wirtlich alles kaufen kannst. Die meisten Medikamente die du bei uns nur mit Rezept bekommst, sind hier sogar Rezeptfrei. Auch in Drogerien und normalen Supermärkten kann man eine ganze Reihe an Medikamenten kaufen. Aus dem Grund haben wir uns auch gegen eine Reiseapotheke Entscheiden. Wir brauchen zuhause nie irgendetwas, warum sollten wir ausgerechnet in den 2 Monaten was brauchen? Und wenn doch, bekommen wir hier im Notfall eben alles ohne Probleme. Auch die ärztliche Versorgung ist hier sehr gut und in den überall verbreiteten westlichen Kliniken gibt es nicht nur mehrsprachiges (meist Thai, Englisch Deutsch und Russisch) Personal, sondern auch noch oft einen höheren Standard als bei uns.

Sonnen und Mückenschutz:

Wer konventionellen Sonnen- und Mückenschutz verwenden möchte, sollte diesen am besten von Zuhause mitbringen. Sonnencremes sind meist mit einem Bleichmittel versehen, da die Thailändischen Frauen lieber helle Haut haben wollen und der hier erhältliche Mückenschutz ist so mit Chemie vollgepumpt, dass viele davon nicht mal unter 12 Jahren verwendet werden dürfen.

Jamie hat noch nie eine Sonnencreme gesehen und wir gehen auch zu Hause durchaus in der Mittagssonne raus. Auch hier nutzen wir keine Sonnencreme und er hatte noch nie einen Sonnenbrand. An sehr heißen und Sonnigen Tagen oder wenn wir Mittags unterwegs sind, kommt ein bisschen Kokosöl zum Einsatz, dass man hier an jeder Ecke frisch kaufen kann.

Kokosöl ist sowieso sehr vielseitig und wird hier von uns auch mit Teebaumöl und wenn sehr viele Mücken unterwegs sind auch noch mit dem hier erhältlichen Citronellaöl gemischt als Mückenschutz verwendet.

Ich muss dazu sagen, die Mücken stechen trotzdem und wir hatten mehr als einmal das Gefühl, dass es überhaupt nichts bringt. Bis wir einmal komplett vergessen hatten uns einzuschmieren… doch es hilft!

Das Teebaumöl hilft übrigens auch bei schon vorhanden Mückenstichen gegen das Jucken und auch wunden können mit dem Kokos-Teebaumölgemsich behandelt werden.

Morgens und Abend zur Dämmerung, also jeweils gegen halb 6 Uhr bis ca. 7 Uhr sind die Mücken am aktivsten. Wir sind mittlerweile dazu übergegangen uns, wenn gerade möglich, in dieser Zeit drinnen zu verstecken.

Schwangerschaftsvorsorge:

Wie ihr hier nachlesen könnt, haben Alex und ich uns diesmal für eine vorsorgefreie Schwangerschaft entschieden. Jedoch ist diese hier in Thailand ohne Probleme in den meisten Krankenhäusern möglich. Dort werden oft auch ganze Vorsorge- und sogar Geburtspakete zu sehr günstigen Preisen angeboten.

Im Notfall hätten wir hier auf der Insel gleich mehrere Kliniken in die ich gehen könnte, sowie das große Bangkok Hospital auf Koh Samui, das in einer halben Stunde mit der Fähre erreicht werden kann.

Ich glaube das waren so im großen und ganzen die wichtigsten Punkte. Oder hat euch was gefehlt? Dann schreibt es doch unten in die Kommentare, vielleicht kann ich euch die ein oder andere Frage noch beantworten.

Alles Liebe eure

Nina

 

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