Zu dritt mit Handgepäck nach Thailand

Zu dritt mit Handgepäck nach Thailand

Wir haben es tatsächlich geschafft für unseren 2 monatigen Aufenthalt in Thailand nur mit Handgepäck anzureisen. Anfangs erschien uns dies ehrlich gesagt wie ein unmögliches Unterfangen, aber es stellte sich schnell heraus, dass es gar nicht so schwer ist.

Alex und ich kamen eigentlich schon immer mit recht wenigen Dingen aus. Schon bei Übernachtungspartys bei Freunden kamen immer alle mit riesigen Taschen an. Ich hatte meist nur meine normale Handtasche dabei. Da diese im Alltag mit meinem Geldbeutel und Hausschlüssel recht leer ist, war da immer genug Platz für meine Zahnbürste, eventuell etwas Make up und Unterwäsche. Mehr brauchte ich nicht.

Irgendwo auf einem Blog habe ich mal den Tipp gelesen: “ richte alles was du mitnehmen willst auf einen Stapel her und dann pack mindestens die Hälfte wieder weg“. Das klappt eigentlich recht gut.

Wir haben wirklich nur das Nötigste mitgenommen, keinen Schnickschnack, keine Reiseapotheke von der man höchstwahrscheinlich eh nichts braucht und keine 5000 Kleidungsstücke; hier hat es selbt an kühleren Tagen mindestens 26 Grad, wir tragen daher eh fast ausschließlich Badesachen.

Hier also unsere endgültige Packliste mit der wir letztendlich tatsächlich nach Thailand aufgebrochen sind:

  • Alex: 2 kurze Hosen, 1 kurzärmliges Shirt, 1 kurzärmliges Hemd, 1 Badehose, Unterwäsche, ein Paar Flipflops plus die etwas wärmere Kleidung die er beim Flug anhatte, die hier aber nur im Schrank hängt und auf den Rückweg wartet
  • Nina: 3 Tops, ein kurzer Jumpsuit, 1 Bikini, ein paar Barfußschuhe, Unterwäsche und auch die Kleidung vom Flug
  • Jamie: 3 kurzärmlige Shirts und 3 kurze Hosen, die wir auch als Badehose nutzen (wenn er eine trägt)
  • Elektronische Ausstattung: Laptop, 2 Smartphones und einen Ebook-Reader, jeweils mit Ladekabel
  • Alex Zeichensachen: Papier, Stifte und Zubehör, Mappe für die Bilder,…
  • Jamies Spielzeug: 4 Tiptoibücher mit Stift, einen aufblasbaren Ball, ca 15 Schleichtiere und seine komplette Matchbox Autosammlung , Wir haben uns bei meiner Schwester noch Schwimmflügel geliehen, damit er auch alleine an den Pool kann, die trägt er jedoch nicht
  • Zahnbürsten, Teebaumöl, Aluminiumfreies Deo im Glaszerstäuber, Haarbürste und Haargummis (bei 3 Leuten mit langen Haaren jede Menge davon)
  • wichtige Unterlagen: Reisepässe mit Visum plus Kopien, Passbilder, Bank- und Kreditkarten, Flugtickets, Geldbeutel mit Bargeld

Ich muss zugeben, so ganz haben wir uns  nicht auf die mitgebrachten Sachen verlassen. Wir wussten, dass wir das meiste hier sehr günstig kaufen können. Einiges wie das Geschirr werden wir hier vor unserer Abreise an andere Familien weitergeben, andere Dinge nehmen wir mit nach Hause. So werden wir auf dem Rückweg wohl nicht ganz mit Handgepäck auskommen. Unseren Trolley werden wir wahrscheinlich als Gepäck aufgeben und uns noch einen dritten Rucksack fürs Handgepäck besorgen. So müsste alles gut verstaut sein.

Was wir hier gekauft haben:

  • für jeden von uns noch ein paar Hosen und Shirts, nicht weil wir sie unbedingt gebraucht hätten, sondern einfach weil sie uns gefallen haben
  • Kokosöl bekommt man hier an jeder Ecke sehr günstig. Die Einheimischen machen es meist selbst
  • 1 Teller, 2 Schüsseln, 3 Gabeln und Löffel, 1 Messer und ein Beil zum Kokosnüsse öffnen. Bis auf das Beil werden wir aber alles hier lassen
  • ein Stativ und eine Kameralinse für unsere Smartphones (das wollten wir eigentlich noch vor der Reise kaufen , haben es aber vergessen)
  • Schwimmring, Taucherbrille und Sandspielzeug für Jamie
  • ein großes Tuch zum draufsetzen

Was wir beim nächsten Mal definitv mitbringen werden sind gute Helme, sowohl für uns als auch für die Kinder, zum Roller fahren. In Deutschland waren wir noch fest der Meinung, dass wir keine brauchen werden, da wir davon überzeugt waren hier nicht Roller zu fahren. Wir merkten aber schnell, dass es hier fast nicht anders möglich ist und so hatten wir nach einer Woche doch einen Roller da stehen. Natürlich fahren wir alle mit Helm, aber die Helme hier passen meist leider nicht zu 100% und mit guten Helmen von zuhause würde ich mich einfach sicherer fühlen.

Was wäre euch wichtig dabei zu haben? Worauf könntet ihr auf keinen Fall verzichten? Könntet ihr euch auch vorstellen nur mit Handgepäck zu reisen? Ich freu mich auf eure Kommentare.

Alles Liebe

eure Nina

Raus aus der Wohnung – rein in die Freiheit

Raus aus der Wohnung – rein in die Freiheit

Puh kaum zu glauben, dass es jetzt so weit ist. Nach langem Planen, Rechnen und Träumen haben wir nun tatsächlich unsere Wohnung gekündigt und ziehen mit Jamie in ein Wohnmobil. Erstmal werden wir noch eine Weile vor Ort bleiben um ein paar Dinge zu klären und um noch ein bisschen Geld anzusparen und voraussichtlich Anfang nächstes Jahr geht es dann auf Open-End-Reise.

Zum 1.11. müssen wir raus sein aus der Wohnung. Das heißt, uns bleiben nun 3 Monate um die komplette Wohnung leer zu räumen und zu sortieren: Was brauchen wir wirklich und wollen es mitnehmen? ,Wovon können oder wollen wir uns noch nicht trennen und werden es deshalb erstmal bei meiner Mama im Keller lagern? Und was verkaufen oder verschenken wir? Dazu kommen noch Dinge wie Wände streichen, Reisepässe beantragen, ein Wohnmobil finden (das auch noch winterfest ist, da wir diesen Winter ja noch hier in der Kälte verbringen werden) und natürlich gilt es auch noch die ein oder andere Formalität zu klären. Nebenbei geht Alex noch Vollzeit arbeiten und  ich darf meine Arbeit bei all dem natürlich auch nicht vernachlässigen.

Auch Jamie muss sich öfter mal alleine beschäftigen, macht aber super mit und sitzt eine ganze Weile mit seinen Autos auf dem Boden oder sieht sich seine Tiptoi Bücher an.

Ganz schön viel zu tun, aber die Vorfreude auf die Freiheit ist momentan noch größer als der Stress. Mal schauen wie es in zwei Monaten aussieht.

Übermäßig viel zum Ausräumen haben wir zum Glück nicht mehr, da wir uns nun mittlerweile schon seit 1 1/2 Jahren in Minimalismus üben. Damals sind wir nämlich schon aus unserem 130 m² Haus mit Garten in eine 2 Zimmer Wohnung gezogen. Viel haben wir nicht behalten. Schon da landeten ganze 40 Müllsäcke Textilien in Kleiderkammern und Altkleidercontainern, ich hab keine Ahnung wo das alles war und vor allem wo es herkam. Einiges  haben wir schon verkauft oder verschenkt und gefühlte 100 mal waren wir beim Wertstoffhof zu Gast. Knappe 10 Umzugskisten zogen mit uns in die neue Wohnung und wir fühlten uns so viel leichter und befreiter.

Uns wurde aber schnell klar: Das war es noch nicht, das war nur ein kleiner Schritt auf unserem Weg. Die Idee mit dem Wohnmobil haben wir schon lange und wie erwähnt haben wir immer wieder geträumt und gerechnet und geplant, jedoch nie gemacht. Aus Angst, Unsicherheit, mit Sicherheit auch zum Teil Bequemlichkeit.

Jedoch haben wir uns gerade seit wir Eltern sind auch mental sehr verändert und weiter entwickelt, dieses Leben, das sind einfach nicht mehr wir. Wir wollen uns keinen Zwängen unterwerfen, weder irgendwelchen gesellschaftlichen oder beruflichen Zwängen, noch gesetzlichen wie z.B.: der Schulpflicht. Wir wollen frei sein, Jamie soll frei aufwachsen, frei lernen und leben können.

Wir haben in letzter Zeit festgestellt, dass wir uns wieder sehr in unsere Komfortzone zurück gezogen haben und unsere Pläne immer mehr wieder zu Träumereien wurden. Dieser Umstand und das daraus resultierende Gefühl, dass wir so aus diesem Hamsterrad nie raus kommen, wirkte sich natürlich auch auf unser Zusammenleben und unsere Beziehung aus. Wir hatten immer wieder mal Phasen, in denen der Stress überhand nahm und wir viel stritten, aber so schlimm wie diesmal war es noch nie. Wir stritten fast täglich, wir brüllten uns an, als wären wir verrückt und das Schlimmste: wir taten es vor unserem Kind! Genau das wollten wir nie tun. Wir wussten selbst wie schrecklich es für Kinder ist mit zu bekommen, wenn ihre Eltern so stritten und schrien, wir würden es anders machen – ja Pustekuchen. Jetzt standen wir hier, vergasen alles um uns herum und stritten als würde es kein Morgen geben  und Jamie stand daneben. Erst als er selbst weinend anfing uns anzuschreien merkten wir, dass hier irgendetwas schief lief. Wir schworen uns, nicht mehr zu streiten und nicht mehr jeden Stress an uns auszulassen. Das klappte ganz  gut… ungefähr eine Woche lang. Dann war der nächste Punkt erreicht, der das Fass wieder zum Überlaufen brachte.

So konnte es nicht weitergehen. Bei einem sehr langen Gespräch, das viele Tränen beinhaltete, sprachen wir beide den Gedanken aus, der uns am meisten Angst machte. Wenn wir so weitermachen, trennen wir uns irgendwann, egal wie sehr wir uns lieben. Es muss was passieren und zwar jetzt!

Wir merkten endlich, wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir es nie tun. Denn den perfekten Moment wird es nie geben. Ja und so schrieben wir gleich am nächsten Tag die Kündigung für unsere Wohnung, ohne überhaupt zu wissen, ob wir rechtzeitig ein Wohnmobil finden werden. Zur Not werden wir wohl ein paar Wochen bei meiner Mama unterkommen.

Wir sind unheimlich aufgeregt und nervös. Natürlich haben wir auch ein bisschen Angst aber gleichzeitig sind wir so unglaublich glücklich uns endlich zu trauen. Allein durch diese Entscheidung sind wir so viel entspannter und streiten sehr viel weniger. Der nächste große Schritt ist nun unsere Jobs zu kündigen und Deutschland den Rücken zu kehren. Ich werde dich hier natürlich auf dem Laufenden halten.

So, jetzt geh ich aber mal weiter sortieren. Wenn du irgendwas brauchst, wir verkaufen gerade nach und nach vieles bei Ebay Kleinanzeigen. Am besten schaust du einfach immer wieder mal rein.

Alles Liebe

Nina