Gemüse – Quinoa – Küchlein

Gemüse – Quinoa – Küchlein

Ich liebe ja solche Küchlein in allen erdenklichen Variationen. Sie sind unheimlich vielseitig, schnell gemacht, gesund und das Wichtigste: Jamie steht drauf. Deshalb gibt es bei uns meisten gleich mehrmals die Woche solche Küchlein. Diesmal waren es Gemüse – Quinoa – Küchlein und was soll ich sagen? Es wurden 15 Stück und sie waren schneller Weg als ich überhaupt Küchlein sagen konnte. Solch eine Leckerei möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten und deshalb gibt es nun nach langer Zeit mal wieder ein Rezept von mir. Lass es dir schmecken.

3 große Karotten

2 kleine Zucchini

2 Paprika

1 Zwiebel

1 EL Chiasamen ( in wenig Wasser geliert)

6 EL (veganen) Parmesan

3 EL Haferflocken

6 EL Quinoa

Salz, Pfeffer,Kräuter nach Geschmack

eventuell Semmelbrösel

Öl zum rausbraten

 

6 EL Quinoa ca 5 min. in Wasser kochen, das Gemüse grob raspeln und mit den Chiasamen und dem Käse unter den abgetropften Quinoa mischen.Würzen und wenn nötig Semmelbrösel dazu geben, bis sich die Masse leicht formen lässt. Anschließend die Mischung ca eine halbe Stunde stehen lassen. Danach zu kleinen Küchlein formen und in Öl knusprig rausbacken.

Das war es schon. Ich mache gern noch einen Salat dazu oder schneide einfach ein bisschen Gemüse als Rohkost dazu auf.

Am besten machst du die Küchlein wenn du allein bist, man kann sie super aufwärmen, im Ofen warm halten oder auch kalt essen. Sonst kann es sein, dass der Teller schon leer gegessen ist, noch bevor du das letzte Küchlein aus der Pfanne geholt hast 😉

 

 

Was sich alles verändert hat, seit wir uns vegan ernähren

Was sich alles verändert hat, seit wir uns vegan ernähren

Anfangs fiel uns die Ernährungsumstellung sehr schwer. Bevor Jamie geboren wurde waren wir furchtbare Esser. Jede Menge Zucker in Form von Süßigkeiten und 1,5 Liter Cola am Tag, Fertiggerichte und Pizzaservice waren bei uns keine Seltenheit. Gemüse oder Salat kamen hier allenfalls als Beilage oder eher Deko auf den Teller. Obst haben wir regelmäßig weggeschmissen, weil es schlecht wurde. Wären wir vor einem mit Gemüse gefüllten Kühlschrank gestanden, hätten wir gesagt: „Wir wissen nicht was wir kochen sollen, wir haben nichts da.“

Seit Jamies Geburt haben wir uns immer mehr und mehr mit dem Thema Ernährung beschäftigt und immer mehr umgestellt. Als erstes haben wir auf Industriezucker verzichtet und da schon gemerkt, was so eine Ernährungsumstellung ausmacht. Als nächstes haben wir immer mehr Gemüse in unsere Ernährung eingebaut, Milchprodukte weggelassen,… So ging das ganze eigentlich recht schleichend voran und es kam eins zum anderen und wir haben teilweise erst im Nachhinein gemerkt, dass wir plötzlich Dinge verändern, die wir nie wollten. Auch wir hatten die typischen Vorurteile gegenüber Veganern und der veganen Ernährung, heute können wir darüber nur noch lachen und den Kopf schütteln.

Nun ernähren wir uns mittlerweile seit einigen Monaten (mit wenigen Ausnahmen, die aber auch weniger werden und irgendwann mir Sicherheit ganz wegfallen) vegan. Und ich muss sagen, wir waren und sind teils immer noch sehr überrascht, was wirklich alles mit der Ernährung zusammenhängt.

Du nimmst ab und bekommst ein gesundes Gewicht

Dass wir angefangen haben abzunehmen ist ja erstmal nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Obst und Gemüse wesentlich weniger Kalorien als Fastfood hat. Dass wir aber, gerade Anfangs, in so einer rapiden Geschwindigkeit an Gewicht verlieren und dabei sogar wesentlich mehr essen als früher, hätten wir nicht gedacht. Bei Alex hat sich das Gewicht mittlerweile eingependelt, bei mir sind es noch ein paar Kilo zu viel, die zwar nun nicht mehr so schnell aber dafür stetig weniger werden.

weniger Hunger und kein Heißhunger mehr

Wir essen regelmäßiger und haben weniger Hunger. Während Alex früher riesige Portionen Schokomüsli mit Milch zum Frühstück und dann Vormittags in der Arbeit große Sandwiches mit Salami, Käse und Mayo und Knabberzeug nebenbei verdrückte, reicht ihm jetzt in der Früh ein grüner Smoothie und in der Arbeit ein Salat.

Gerade bei mir ist der starke Heißhunger verschwunden der dazu führte, dass ich nicht selten eine ganze Tafel Schokolade auf einmal aß. Ok  ich gebe es zu, es waren eher zwei und noch ein Eis hinterher. Wenn ich nun zwischendrin Hunger bekomme, der Heißhunger ist wirklich komplett weg, mache ich mir einen Rohkostteller, der aber mittlerweile eigentlich eh immer da steht und jeder mal rein greift.

Wir haben uns lange vor einer Ernährungsumstellung gesträubt, weil wir auf nichts verzichten wollten. Aussagen wie: „Ich verzichte auf nichts“ während gleichzeitig erzählt wurde, dass nun mehr Gemüse und weniger Süßes, kein Brot oder was auch immer mehr gegessen wird, konnten wir nicht ernst nehmen. Das war für uns Diät und Zwang.

kein Verzicht sondern ein erweiterter Speiseplan

Ja, was soll ich sagen? Jetzt gehören wir selbst zu denen, die sagen: Wir verzichten auf nichts. Und es stimmt. Aus unserer früheren Sicht verzichten wir natürlich auf jede Menge Dinge, die uns mal wichtig waren. Aber mit der Ernährungsumstellung verändert sich auch der Geschmack und die Vorlieben. Wir verzichten nicht, weil wir diese Dinge gar nicht mehr essen wollen, weil sie uns teilweise gar nicht mehr schmecken.

Ich habe zu Gast bei Freunden, gerade Anfangs, immer mal wieder z.B. Fleisch probiert wenn wir beim Grillen waren, obwohl es mich schon von Anfang an nicht gereizt hat und es hat mir tatsächlich nicht geschmeckt. So habe ich an solchen Abenden „nur“ gegrilltes Gemüse und Salat gegessen. Für andere sah es wahrscheinlich nach Verzicht aus und auch ich hätte es vor gar nicht all zu langer Zeit als Diät und Verzicht gesehen. Aber das ist es nicht, denn ich habe es ja freiwillig nicht gegessen, weil ich es nicht wollte, es mir eben nicht geschmeckt hat.

In Wirklichkeit erweitert sich dein Speiseplan sogar, wenn du dich vegan ernährst. Durch die Geschmacksänderung probierst du immer mehr neue Sachen. Dinge die dir nie geschmeckt haben, sind plötzlich so unglaublich lecker, dass du dich fragst, wie du nur dein Leben lang darauf verzichten konntest. Man wird experimentierfreudig und probiert viele Sachen aus. So genanntes Pseudogetreide wie z. B. Quinoa und Amaranth, aber auch Hülsenfrüchte wie rote Linsen hätte ich früher nie gekauft, jetzt bereichern sie täglich unser Essen. Alles schmeckt so viel intensiver und besser. Du merkst schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.

bessere Verdauung

Durch die vielen Enzyme und Ballaststoffe verbessert sich auch die Verdauung oder besser gesagt, sie normalisiert sich. Blähungen und ein harter Bauch gehören der Vergangenheit an.

schönere und klare Haut

Die Haut verbessert sich. Bleiche, trockene, pickelige, juckende und schuppende Haut weicht einer frischen, glatten und rosigen Haut. Sogar Ekzeme und Neurodermitis können völlig verschwinden. Ich habe seit Jahren an den Fußrücken und gelegentlich auf den Handrücken und dem Oberarm solche Ekzeme und wusste nie woher sie kamen. Seit wir uns vegan ernähren sind sie komplett verschwunden und wenn ich mal ein paar Tage Mist esse, was gerade während der Umstellungsphase noch vorkam, sind sie sofort wieder da.

bessere Gesundheit

Wir sind gesünder. Gut, wir waren schon immer eher selten krank und gingen noch nie wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt. Aber mit der Ernährungsumstellung sind auch die ganzen Wehwehchen verschwunden. Jamie war mit seinen fast 3 Jahren, außer zu den U`s, die hier in Bayern Pflicht sind, noch nie beim Arzt und Alex leidet nicht mehr ständig an Kopfschmerzen.

mehr Leistung und Bewegung

Wir sind leistungsfähiger und bewegen uns mehr. Bewegung macht plötzlich Spaß, wir sind voller Energie und Tatendrang. Kein träges auf der Couch sitzen mehr nach dem Essen. Endlich liefert uns die Nahrungsaufnahme das wofür sie gedacht ist. Wir machen nun regelmäßig Sport, das Auto bleibt so gut wie immer im Alltag stehen und wir laufen, wir gehen schwimmen und toben mit Jamie auf dem Spielplatz.

weniger Schlaf

Wir brauchen weniger Schlaf. Egal wie viel wir früher geschlafen haben, wir waren irgendwie immer müde. Ich brauchte jede Nacht mindestens 8, eher 10 Stunden schlaf um halbwegs zu funktionieren. Mit Kind eigentlich kaum möglich. Jamie war Phasenweise alle halbe Stunde wach und ich fix und fertig. Heute reicht mir viel weniger Schlaf. Klar liegen wir auch gern mal länger im Bett, vor allem um miteinander zu kuscheln, aber uns reichen auch 4 Stunden zum Schlafen um den ganzen Tag fit zu sein. Wodurch wir natürlich auch sehr viel Zeit gewinnen während Jamie schläft um z.B. zu arbeiten oder einfach mal Zeit als Paar zu haben.

erhöhte Konzentrationsfähigkeit

Wenn ich gerade vom Arbeiten rede. Auch diese geht nun viel schneller und leichter von der Hand, da wir uns viel besser konzentrieren können. Das Gehirn arbeitet einfach irgendwie effizienter.

stärkeres Selbstbewusstsein

Auch ein stärkeres Selbstbewusstsein ist ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt unserer Ernährungsumstellung. Dadurch, dass wir uns so viel besser und fitter fühlen, laufen wir automatisch aufrechter, gehen mit einem Lächeln in die Welt hinaus und strahlen an sich einfach viel mehr Zufriedenheit aus. Dies wiederum zieht andere Leute an, man wirkt einfach viel sympathischer.

entspannter und gelassener Umgang mit Stresssituationen

Die Letzte und für uns die wichtigste Veränderung seit wir uns vegan ernähren ist, dass wir wesentlich entspannter und gelassener werden, vor allem im Umgang mit Jamie.Wir sind auch in stressigen Situation nicht mehr so schnell genervt und können viel ruhiger und bedürfnisorientierter reagieren. Auch Alex und ich streiten viel weniger und ich muss sagen, ich werde das Gefühl nicht los, dass irgendwas in unserer alten Ernährung aggressiv macht.

Dass sich so unheimlich viel in unserem Leben ändern wird, nur weil wir unsere Ernährung umstellen und sich dadurch so viel neue Möglichkeiten und Wege auftun, hätte ich ehrlich gesagt nie gedacht und ich bin so froh, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben.

Dennoch werde ich bei manchen Dingen immer wieder Rückfällig. Also wenn ihr einen Tipp für einen megaleckeren veganen Käse für mich habt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Kommentar hinterlässt.

Alles Liebe

Nina

 

 

 

 

Alles über die Beikostreifezeichen und warum sie so wichtig sind

Alles über die Beikostreifezeichen und warum sie so wichtig sind

Immer öfter tauchen in Müttergruppen auf Facebook Bilder zum Thema Beikostreifezeichen auf und immer wieder sieht man dabei, dass die meisten Mütter davon noch nie etwas gehört haben.

Aufgewachsen sind die heutigen Mamas in einer Zeit, in der Glässchenbrei neben Formulamilch als eine der größten Errungenschaften der modernen Zeit galt. Die Säuglingsnahrunghersteller verbreiteten (und tun es immer noch) ihre Werbestrategien auf so agressive Weise, dass die Werbung bald als Fakten und die Hersteller als absolute Fachkompetenz gesehen wurden und in vielen Fällen auch weiterhin werden.

Dass Kinderärzte in ihrem Studium kaum etwas zu den Themen Säuglings- und Kleinkindernährung lernen und sich daher selbst fortbilden müssen, ist erstmal kein Problem. Wären da nicht die hohen Kosten der Fortbildungen, die die Ärzte und auch Hebammen selber tragen müssen und wären da nicht wieder die Säuglingsnahrunghersteller, die diesen Umstand schamlos ausnutzen.

Von Säuglingsnahrungherstellern bezahlte Fortbildungen verprechen kostenloses Fachwissen. Dass hier aber Fakten verdreht, Studien (absichtlich) falsch gelesen und interpretiert werden und auch sonst nur die Dinge weitergegeben werden, die vorallem dem Geldbeutel der Anbieter helfen, ist hierbei leider nur den wenigsten wirklich bewusst. Weiter verlassen sich viele Eltern blind auf das Wohlwollen der Herstellerfirmen und dem Staat. So lese ich nicht selten, dass Zucker im Brei, Folgenahrung, Kindermilch und Co und eben auch die allgegenwärtige Empfehlung der Beikosteinführung nach dem 4. Monat mit seinem längst veralteten B(r)eikostfahrplan, bei dem so schnell wie möglich alle Milchmahlzeiten ersetzt werden, doch gar nicht so falsch sein kann – sonst wäre es  längst verboten…

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Schnell kommen dann Sätze wie: „Hat uns ja auch nicht geschadet“ oder „Meine Kinder leben noch“. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Achja, die Nahrungsmittelindustrie. Die gleiche übrigens, die neben Säuglingsnahrung auch so schmackhafte Dinge wie Kinderwurst mit Clownsgesicht, Edbeerkäse, Schokolade, Müsli und Joghurt mit kiloweise Zucker, Alkohol und 1000 andere Dinge, die der Gesundheit nicht gerade zuträglich sind, herstellt.

Immer wieder kommt es zu Lebensmittelskandalen, auch bei Säuglingsnahrung sehen die Ergebnisse alles andere als rosig aus, wie ein aktuelles Ergebnis von Ökotest zeigt.

Und genau diesen Herstellern und den von ihnen geschulten Ärzten sollte man trauen, wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht? Wohl eher nicht. Aber wen soll ich denn sonst fragen? Wem kann ich dann vertrauen? Das fragt ihr euch jetzt?

Eigentlich sind diese Fragen gar nicht so schwer zu beantworten. Es gibt jede Menge freie, nicht gesponserte Studien, Fortbildungen die selbst getragen werden müssen sowie Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation, die alle das gleiche Empfehlen und zwar ganz klar etwas anderes als die Breihersteller.

Diese Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Desweiteren gibt es durchaus Fachpersonal, dass extra in diesen Themen ausgebildet wurde. Das sind zertifizierte Stillberater (AFS, LLL, DAIS oder IBCLC) und Fachberater für Säuglings- und Kleinkindernährung. Und mal ehrlich: Wir lassen uns doch auch nicht von unserem (auf seinem Gebiet durchaus kompetenten) Metzger die Haare schneiden oder?

Die allgemeinen Empfehlungen der oben genannten Institutionen beziehen sich alle auf die Empfehlung der WHO. Die sich, anders als oft angenommen, sehr wohl auf die ganze Welt bezieht und nicht nur auf 3. Welt Länder und andere Krisengebiete. Denn die Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Diese Empfehlung lautet wie folgt:

6 Monate ausschließliches Stillen danach, unter Berücksichtigung der Beikostreife, Einführung geeigneter Beikost und dabei weiterstillen bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wollen.

Die zu berücksichtigenden Beikostreifezeichen sind:

  • Dein Baby kann ggf. mit leichter Unterstützung im unteren Rücken aufrecht sitzen

Eltern haben oft wahnsinnige Angst davor, dass ihr Baby sich verschlucken könnte, weshalb sie sich auch lange nicht an feste Kost heran trauen. Wenn man aber die Reifezeichen beachtet, besteht im Normalfall gar kein Grund mehr zu Sorge. Der Würgereflex sitzt nämlich bei Säuglingen sehr weit vorne im Mund und nicht wie bei Erwachsenen hinten im Rachen. Dieser Reflex schaut zwar manchmal beängstigend aus, wenn die Kleinen anfangen zu husten und würgen, jedoch schützt er effektiv vor wirklichem Verschlucken. Kann das Kind noch nicht sitzen, wird es oft in einer Wippe, Babyschale oder einem Hochstuhl mit Liegeposition gefüttert, was nicht selten dazu führt, dass der Brei am Würgereflex vorbei in den Rachen rutscht und sich das Kind tatsächlich lebensgefährlich verschlucken kann.

  • Dein Baby kann seinen Kopf alleine halten

Eine Erklärung erübrigt sich hier, denke ich. Denn wenn man das erste Beikostreifezeichen berücksichtigt, muss dieses gezwungenermaßen auch erfüllt sein.

  • Dein Baby kann Nahrung selbständig greifen und zum Mund führen

Nur wenn es einem Kind möglich ist, selbst zu essen, ist es Beikostreif. Brei gab es Jahrtausende lang nicht. Es gab zwar immer wieder Völker, die Nahrung vorkauten und den so entstandenen Brei dem Kind direkt in den Mund gaben, dies war aber meißt eher aus der Not heraus als aus Überzeugung. Nur wenn ein Kind Essen selbst zu sich nehmen kann, kann es auch ohne stillen überleben. Falls du Lust hast, dich über eine breifreie Beikosteinführung zu informieren, habe ich hier schonmal etwas dazu geschrieben.

  • Der Zungenstoßreflex, der Nahrung wieder aus dem Mund schiebt, ist vollständig verschwunden

Der so genannte Zungenstoßreflex ist ein Schutzreflex, der Säuglinge vor Fremdkörpern und eben auch Nahrung, die sein Körper noch nicht vertragen würde, schützt. Beim stillen und auch bei der Flasche wird dieser Schutzreflex durch den Saugreflex, der durch die Berührung der Brustwarze am Gaumen ausgelöst wird, auf natürliche Art ausgeschalten. Oft wird dieser Umstand von Eltern ausgenutzt um den Brei in das nicht beikostreife Kind zu bekommen, indem das Kind dazu gebracht wird so weit den Mund aufzumachen, (z.B. wenn es beim sich wehren zum Schreien den Mund öffnet) dass der Löffel am Zungenstoßreflex vorbei, tief in den Mund geschoben wird, wodurch dem Kind nichts anderes mehr übrig bleibt als zu schlucken. Dies ist gleich in mehrerer Hinsicht alles andere als empfehlenswert. Abgesehen davon, dass ich von Machenschaften, die das Kind und dessen Willen in irgendeiner Weise brechen, absolut nichts halte, wird dem Essen im Mund durch das einspeicheln ein Enzym zugefügt, das bei der Verdauung hilft. Das Essen wird sozusagen schon im Mund zum Teil vorverdaut, bevor es im Magen landet. Diesen Schritt auszulassen überfordert den Magen-Darm-Trakt. Zumal die Wahrscheinlichkeit, dass die für feste Nahrung erforderliche Darmreife schon gegeben ist, solange der Zungenstoßreflex noch vorhanden ist, sehr gering ist. Denn sonst hätte der Körper ja keinen Grund mehr, sich mit dem Reflex zu schützen.

  • Dein Baby zeigt echtes Interesse am Essen (nicht nur am Löffel,…)

Wenn ein Baby beikostreif ist, zeigt es in der Regel auch reges Interesse am Essen der anderen Familienmitglieder. Wenn man das Kind nun lässt, wird es sich schnell etwas von Mamas Teller klauen, es in den Mund stecken und darauf herum kauen. Dies ist wohl das untrüglichste Reifezeichen von allen. Dennoch wird es leider oft mit allgemeiner Neugierde des Kindes verwechselt. Hinterhersehen, schmatzen, Fäuste in den Mund stecken,… sind keine Beikostreifezeichen. Solange ein Kind sich mit Spielsachen oder einem leeren Löffel ablenken lässt, hat es kein Interesse an fester Nahrung.

  • Dein Baby macht Kaubewegungen

Echte Kaubewegungen versetzen dein Kind in die Lage, festes Essen zu sich zu nehmen. Solange es nur schmatzt oder lutscht, ist dieses Reifezeichen nicht erfüllt.

Wenn ihr euch nach diesen Beikostreifezeichen richtet und erst dann mit der Beikost startet wenn alle erfüllt sind, könnt ihr euer Baby vor vielen möglichen Schäden schützen.

Zu frühe Beikosteinführung kann nicht nur Allergien und Unverträglichkeiten fördern, sondern kann auch zu irreparablen Schäden des Magen-Darm-Trakts führen.  Sie steht auch im Verdacht zu  chronischen Erkrankungen wie z.B.: Morbus-Chron beizutragen.

Würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Viele denken, wenn das Kind plötzlich weniger schläft oder langsamer zunimmt, dass ihm die Muttermilch nicht mehr ausreicht und fangen deshalb mit Beikost an. Dies sind jedoch auf keinen Fall Anzeichen für Beikostreife, sondern ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Am Anfang schläft ein Baby recht viel und nimmt sehr schnell zu. Nach etwa 3-4 Monaten ändert sich das und das Baby benötigt nun weniger Schlaf. Auch die Zunahme und das Wachstum verlangsamen sich sichtlich. Was auch gut so ist, denn würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Euer Kind wird noch sein ganzes Leben lang feste Nahrung zu sich nehmen und schneller groß sein, als ihr denkt. Lasst ihm dabei bitte die Zeit, die es braucht.

 

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen. Wenn ihr noch Fragen habt, hinterlasst mir doch ein Komentar, damit andere Leser auch von eurer Frage profitieren können.

Zum Schluß hab ich hier nochmal die Beikostreifezeichen als Bild zum Speichern und Teilen für euch:

Beikostreifezeichen

Kartoffel – Gemüse – Gratin

Kartoffel – Gemüse – Gratin

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Wir essen gerade ständig Kartoffeln. Keine Ahnung warum, irgendwas daraus brauchen wir momentan scheinbar.

Immer das Gleiche essen ist aber auch langweilig und so schnibbeln und bruzzeln wir einiges zusammen.

Ein kulinarisches Erlebnis möchte ich heute mit euch teilen. Klar, es ist ein Gratin, was ich natürlich nicht neu erfunden habe. Aber das macht es ja nicht weniger lecker.

Hier also Jamies neues Lieblingsessen:

für 4 (hungrige) Personen

ca 1 kg Kartoffeln

400g Champignons

1 große Zucchini

2-3 große Tomaten

1 Broccolikopf

250ml Sahne (ich nehme Hafercuisine)

  1. etwas (veganer) Käse

Paprikapulver, Pfeffer, getrocknete Kräuter und nach belieben etwas Salz zum würzen

 

Die Kartoffeln, Zucchini und Champignons in dünne Scheiben schneiden und abwechselnd in eine Auflaufform schichten. Am besten ist es, wenn ihr mit einer Schicht Kartoffeln abschließt.

Die Tomaten in Würfel schneiden und mit den Broccoliröschen auf dem Gratin verteilen.

Anschließend die Sahne würzen und über das Gemüse schütten, nach belieben noch etwas Käse darauf verteilen und bei 160 Grad ca 45 min backen.

Leider habe ich noch keinen wirklich leckeren veganen Käse gefunden. Wenn ihr also einen Geheimtipp für mich habt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr ihn in den Kommentaren mit uns teilt.

Guten Appetit 

 

Auch wenn ihr eine leckere Variante habt oder mir mitteilen möchtet, ob euch das Gratin geschmeckt hat, könnt ihr mir gerne ein Kommentar hinterlassen.

 

 

 

Was darf mein Kind essen?

Was darf mein Kind essen?

Gerade Baby led Weaning ist eine Art der Beikosteinführung, die einfacher nicht sein könnte: das Kind isst von Anfang an am und vom Familientisch.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft ganz anders aus. Wärend die einen Eltern aus der Beikost eine Wissenschaft machen und nur noch in der Küche stehen um wahlweise geeignete Snacks, Muffins, Waffeln oder 5 Gänge Menüs zu zaubern, die am Ende Mama isst, weil der Sprössling das mit Liebe gemachte Essen verschmäht, machen sich die anderen Eltern so überhaupt gar keine Gedanken.

Wozu auch? Das Kind isst halt das Gleiche was alle essen. Und so kommt es nicht selten vor, dass ein Kind mit einem Jahr zwar noch nie Gemüse gegessen hat, aber dafür sämtliche Fixtüten und Schokoladensorten auseinanderhalten kann.

Hmm, vielleicht ist ja doch alles gar nicht so einfach, fragt ihr euch?

Doch das ist es, keine Angst.

Es sollte nur darauf geachtet werden,dass dem Kind eine breite Palette gesunder Nahrungsmittel angeboten wird. Dies bedeutet aber auch, dass Glässchenbrei durchaus die bessere Wahl sein kann, wenn sich die Familie von Fixprodukten und Fast Food ernährt und auch nicht bereit ist, das zu ändern. Wobei man da auch bedenken sollte, dass das Kind nicht ewig Brei essen wird.

Und vor allem ist Glässchenkost auch nicht gesünder, wenn aus der breiten Palette Sorten wie Schinkennudeln, Kaiserschmarrn und Stracciatellabrei gewählt werden

Neben den eben erwähnten Punkten gibt es noch eine Hand voll Besonderheiten die man, nicht nur bei Baby led Weaning, wissen sollte:

  • keine ganzen Nüsse oder rohe Karotten (Aspirationsgefahr)
  • kein Honig oder Ahornsirup (Botolismusgefahr)
  • kein zugefügtes Salz
  • wenig bis kein zugefügter Zucker
  • keine Fett- oder Kalorienreduzierten Lebensmittel
  • kein rohes Fleisch, Wurst oder Fisch
  • kein rohes Ei
  • kein Pseudogetreide wie Amaranth oder Quinoa
  • nur Ceylon-Zimt verwenden
  • Tee nur als Medizin, nicht als Getränk
  • 200 ml Kuhmilch (Milchprodukte wie Käse oder Joghurt sind mit eingerechnet ) täglich, können ab Beikostreife gegeben werden.

Und zum Schluß der wichtigste Punkt von allen: 

Entspannt euch und habt Spaß!

 

 

Zucchinipizza

Zucchinipizza

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Die müsst ihr probieren. So knusprig, luftig, lecker.

Dazu knetet ihr aus

200g Mehl

einer Prise Salz

einem TL Reissirup

ca 5 Gramm Hefe

3 EL Olivenöl

und Wasser

einen glatten Hefeteig und lässt ihn eine halbe Stunde gehen.

In der Zwischenzeit schneidet ihr

1 große Zucchini und

1/2 Zwiebel in dünne Scheiben und bratet beides zusammen in Olivenöl an.

Dann würzt ihr das ganze mit Salz, Pfeffer, Majoran und Oregano uns lasst es noch ein paar Minuten ziehen.

Rollt nun den Teig auf die Größe eines Backblechs aus und belegt ihn mit der Zucchinimischung.

Lasst die Pizza nochmal 15 Minuten gehen. Danach könnt ihr die Pizza bei ca 250 Grad Unterhitze ca 5 Minuten backen.

Lasst es euch schnecken.

Warum du in der Stillzeit alles essen darfst

Warum du in der Stillzeit alles essen darfst

Im letzten Dezember schrieb ich, im Zuge einer Adventskalender-Aktion der Stilltante Nadine Brüderer einen Artikel zum Thema: „Ernährung in der Stillzeit“. Mittlerweile ist mein Beitrag auch öffentlich auf Nadines Blog erschienen. Schaut mal bei der Stilltante vorbei, es lohnt sich. Nadine ist eine wundervoll emphatische Frau und trägt mit ihrem Familiencoaching nach ihrem eigenen Federleicht-Programm entscheidend zu einem bedürfnisorientierten Umgang mit unseren Kindern bei.

Da es sich hier um ein wichtiges und stark diskutiertes Thema handelt, möchte ich meinen Artikel auch hier noch einmal mit euch teilen:

Warum stillen einfacher ist als gedacht

Stillen ist mitunter eins der Themen um die sich die meisten Mythen ranken. Als Stillberaterin erreichen mich täglich mehrere davon.

Das Thema Ernährung in der Stillzeit ist dabei ganz hoch im Kurs. Schnell wird aus Unwissenheit entweder von Anfang an gar nicht gestillt oder sehr schnell abgestillt. Sei es, weil die Frau sich nicht vorstellen kann so lang auf viele Dinge zu verzichten oder einfach weil sich das Stillen vermeintlich als kompliziert und unpraktisch herausstellt .

Die meisten Mütter haben so wahnsinnige Angst davor irgendetwas falsches zu essen oder anderweitig zu sich zu nehmen und ihrem Kind dabei unabsichtlich zu Schaden, dass sie ihm dabei das wichtigste verwehren , was ihr Kind in seinem ganzen Leben zu sich nehmen wird:

die Muttermilch

Um zu verstehen, dass die meisten Nahrungsmittel der Mutter nichts mit Bauchschmerzen oder sonstigen Problemen beim Kind zu tun haben, muss man erstmal wissen, wie Muttermilch gebildet wird. Viele Mütter denken immer noch, dass die Milch aus ihrem Essen gebildet wird. Aber mal ehrlich: Wie soll denn mein Mageninhalt in meine Brust kommen?

Vereinfacht gesagt ist es so: Blutgefäße enden in der mütterlichen Brust in den Milchbläschen, deren Inneres mit Milch bildenden Drüsenzellen ausgekleidet ist. Die Muttermilch wird also aus dem mütterlichen Blut gebildet. Alleine mit diesem Wissen machen viele Mythen gar keinen Sinn mehr.

Muttermilch und deren Bildung ist ein unheimlich komplexes Thema und so ganz werden wir dieses Wunder der Natur vielleicht nie verstehen. Doch ein paar wissenschaftliche Fakten widerlegte Mythen sind folgende:

„Mein Kind bekommt Bauchschmerzen und Blähungen wenn ich Kohl / Zwiebeln / Bohnen / … esse.“

Fakt ist, dass viele Babys Probleme mit Blähungen haben. Fakt ist aber auch, dass dies an dem noch unreifen Darm und nicht an der Nahrung der Mutter liegt. Blähende Lebensmittel bilden bei ihrer Verstoffwechselung vermehrt Gase, die irgendwie aus dem Darm wieder raus müssen. Das können sie nur auf einem Weg: Die Mama bekommt Blähungen.

Die Gase gelangen allerdings nicht ins Blut und somit auch nicht in die Muttermilch.

Ich habe festgestellt, dass viele Mütter, nach dem Konsum von blähenden Lebensmitteln, verstärkt auf Reaktionen ihres Kindes warten. So nehmen sie kleinste Verhaltensänderungen ihres Babys verstärkt war, denen sie sonst gar keine Aufmerksamkeit geschenkt hätte.

„Von Zitrusfrüchten, Erdbeeren oder auch Kohlensäure bekommt mein Kind einen roten Po“

Weder das mütterliche Blut, noch die Muttermilch sind nach dem Genuss von säurehaltigen Nahrungsmitteln sauer. Säure aus Lebensmitteln wird im mütterlichen Verdauungstrakt neutralisiert. Bedenke dabei, dass die Magensäure um ein vielfaches saurer ist, als jedes Lebensmittel. Somit ist ein roter Po durch säurehaltiges Essen schlicht unmöglich.

 

Dennoch können winzige Bestandteile der Nahrungsmittel ins Blut und somit auch in die Muttermilch gelangen. Dazu gehören beispielsweise Fremdeiweiße wie Kuhmilcheiweiß.

Dies spielt allerdings nur bei hochallergischen Kindern eine Rolle, da diese auch schon auf die kleinsten Spuren allergisch reagieren könnten.

 

Auch starke Aromen gehören zu den wenigen Dingen, die einen Einfluss auf die Muttermilch haben.

Eigentlich können alle Aromen, bei denen wir nach dem Essen über die Haut danach riechen, auch in die Muttermilch gelangen. Dies ist zum Beispiel  bei Zwiebeln und Knoblauch der Fall. Auch Lakritze oder Vanille sind Lebensmittel die solche Aromastoffe enthalten.

Aus diesem Grund sollten diese Lebensmittel aber nicht gleich gemieden werden. Im Gegenteil wird eine geschmacklich abwechslungsreiche mütterliche Nahrung sogar empfohlen. Studien ergaben, dass Babys „Knoblauchmilch“ einer nicht aromatisierten Milch vorziehen und auch später abwechslungsreicher essen.

Alkohol in der Stillzeit –

hier scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass niemand Alkohol zum überleben braucht. Fakt ist aber auch, das viele Mütter abstillen, weil sie mal wieder ein Gläschen trinken wollen.

Noch ein Fakt ist, dass Alkoholkonsum in Maßen durchaus mit dem Stillen vereinbar ist, vor allem wenn das Kind schon Beikost bekommt.

Da Muttermilch aus dem mütterlichen Blut gebildet wird, enthält die Muttermilch immer so viel Alkohol, wie das Blut der Mutter.

Selbst wenn du also 1 Promille Alkohol im Blut hast ( und da hast du nicht nur ein Gläschen Sekt getrunken), kommt beim Kind effektiv so gut wie nichts davon an. Zur Erklärung: Die Muttermilch enthält in dem Fall 1 Promille Alkohol, das ist 1 ml Alkohol auf einen Liter Muttermilch! Selbst wenn dein Kind also auf einmal einen Liter Milch trinken würde, würde es gerade mal einen Milliliter Alkohol aufnehmen. Jede Banane, jeder Apfelsaft, ja sogar jede Scheibe Brot enthält wesentlich mehr Alkohol. Eigentlich enthält so gut wie jedes Lebensmittel mehr Alkohol.

Noch ein schwieriges Thema ist das Abnehmen in der Stillzeit

Das ist zwar jetzt kein bestimmtes Lebensmittel, hat aber ja dennoch mit der Ernährung zu tun. Daher denke ich, dass es ganz gut hier rein passt. Mal abgesehen davon, das es sowieso mein Artikel ist, wer will es mir also verbieten??

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass beim Abnehmen Giftstoffe in die Muttermilch und somit zum Kind gelangen. Wenn man mal kurz darüber nachdenkt, wäre die Natur, die gleiche die ein Kind in dir heranwachsen lässt und die gleiche, die die perfekte Nahrung für dein Kind geschaffen hat, ganz schön dumm.

Frauen setzen in der Schwangerschaft Fettreserven extra für die Stillzeit an um nach der Schwangerschaft davon zehren zu können. Es ist also durchaus so geplant, dass wir in der Stillzeit abnehmen. Die Brust ist von Natur aus kein Entgiftungsorgan und fängt auch in der Stillzeit nicht plötzlich damit an, eins zu sein. Du solltest lediglich auf genügend Kalorien und eine ausgewogene Nährstoffversorgung achten um Kreislaufproblemen, verminderter Milchbildung und einem mütterlichen Mangel vorzubeugen.

 

Zu guter Letzt noch zwei Dinge die mit Ernährung zwar rein gar nichts zu tu haben, aber sehr wichtig zu erwähnen sind:

Medikamente und Rauchen in der Stillzeit

Viele Ärzte raten aus Unwissenheit leider vorschnell zum Abstillen und auch in Beipackzetteln steht aus Sicherheitsgründen grundsätzlich, dass das Mittel nicht für Schwangere und Stillende geeignet ist. In Wirklichkeit gibt es für nahezu jedes Medikament ein stillverträgliches Ersatzmedikament und auch gegen Stillen nach einer OP spricht im Normalfall nichts.

Das Pharmakovigilanz- ( die WHO definiert Pharmakovigilanz als alle Aktivitäten, die sich mit der Aufdeckung, Bewertung, dem Verstehen und der Prävention von Nebenwirkungen oder von anderen Arzneimittelbezogenen Problemen befassen ) und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charitè in Berlin, bietet eine Datenbank mit allen gängigen Medikamenten und deren Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit. Diese Datenbank ist unter dem Namen Embryotox bekannt. Medizinisches Fachpersonal ist dazu berechtigt, sich dort telefonisch beraten zu lassen. Bitte deinen Arzt darum, dies zu nutzen. Dir als Privatperson steht die Möglichkeit frei, dich auf der Internetseite von embryotox selbst zu erkundigen.

Rauchen in der Stillzeit führt auf Mamaforen immer wieder zu heftigen Diskussionen und Stillberatern wird immer wieder an den Kopf geworfen, wie sie so verantwortungslos sein können, einer stillenden Frau zu sagen, sie könnte ruhig rauchen. Diese Interpretation beruht allerdings auf einem Missverständnis, Unwissen und zu einem Teil auch aus Ignoranz.

Eines ist vollkommen klar: eine Mutter sollte nicht rauchen (sollte niemand, aber das ist ein anderes Thema?). Und niemals würde eine Stillberaterin einer stillenden Mutter empfehlen zu rauchen. Aber es gibt nun mal Mütter, die aus welchen Gründen auch immer, nach der Geburt ihres Kindes, nicht aufs Rauchen verzichten wollen oder können. Und genau an diese Mütter, die sowieso rauchen, richtet sich dieser Appell:

Lieber rauchen und stillen, als rauchen und Flasche

Denn es ist ganz einfach so, dass das Kind einer rauchenden Mutter den Giftstoffen ausgesetzt ist, ob diese Mutter nun stillt oder nicht. Aber, wenn sie stillt, bekommt das Kind wenigstens die ganzen wichtigen Inhaltsstoffe und Antikörper der Muttermilch. Wenn die Mutter nun aufgrund dessen, dass sie raucht auch noch auf das Stillen verzichtet, fehlen dem Kind zusätzlich noch diese wichtigen Bestandteile. Die Vorteile der Muttermilch überwiegen also eindeutig auch (oder gerade ) bei einer rauchenden Mutter.

Ich hoffe ich konnte nun etwas Licht ins Dunkle bringen und dazu beitragen wieder ein paar Mythen mehr aus der Welt zu schaffen.

Abschließend kann nur noch eins gesagt werden:

Stillen wäre so viel einfacher mit ein bisschen mehr

NatUrvertrauen