Raus aus der Wohnung – rein in die Freiheit

naturvertrauen

Puh kaum zu glauben, dass es jetzt so weit ist. Nach langem Planen, Rechnen und Träumen haben wir nun tatsächlich unsere Wohnung gekündigt und ziehen mit Jamie in ein Wohnmobil. Erstmal werden wir noch eine Weile vor Ort bleiben um ein paar Dinge zu klären und um noch ein bisschen Geld anzusparen und voraussichtlich Anfang nächstes Jahr geht es dann auf Open-End-Reise.

Zum 1.11. müssen wir raus sein aus der Wohnung. Das heißt, uns bleiben nun 3 Monate um die komplette Wohnung leer zu räumen und zu sortieren: Was brauchen wir wirklich und wollen es mitnehmen? ,Wovon können oder wollen wir uns noch nicht trennen und werden es deshalb erstmal bei meiner Mama im Keller lagern? Und was verkaufen oder verschenken wir? Dazu kommen noch Dinge wie Wände streichen, Reisepässe beantragen, ein Wohnmobil finden (das auch noch winterfest ist, da wir diesen Winter ja noch hier in der Kälte verbringen werden) und natürlich gilt es auch noch die ein oder andere Formalität zu klären. Nebenbei geht Alex noch Vollzeit arbeiten und  ich darf meine Arbeit bei all dem natürlich auch nicht vernachlässigen.

Jamie muss sich öfter mal alleine beschäftigen, macht aber super mit und sitzt eine ganze Weile mit seinen Autos auf dem Boden oder sieht sich seine Tiptoi Bücher an. Auch unsere Ernährung ist momentan bei weitem nicht so gesund, wie wir es gerne hätten und gewöhnt sind. Da wird halt dann doch öfter mal was bestellt oder nur schnell Pasta gekocht. Auch Zucker gibt es zur Zeit wieder öfter als mir lieb ist. Da bin ich froh, dass wir mit Vabo – N eine super geniale Zellnahrung entdeckt haben. So muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen und weiß, dass wir und vor allem Jamie immer perfekt mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind.

Ganz schön viel zu tun, aber die Vorfreude auf die Freiheit ist momentan noch größer als der Stress. Mal schauen wie es in zwei Monaten aussieht.

Übermäßig viel zum Ausräumen haben wir zum Glück nicht mehr, da wir uns nun mittlerweile schon seit 1 1/2 Jahren in Minimalismus üben. Damals sind wir nämlich schon aus unserem 130 m² Haus mit Garten in eine 2 Zimmer Wohnung gezogen. Viel haben wir nicht behalten. Schon da landeten ganze 40 Müllsäcke Textilien in Kleiderkammern und Altkleidercontainern, ich hab keine Ahnung wo das alles war und vor allem wo es herkam. Einiges  haben wir schon verkauft oder verschenkt und gefühlte 100 mal waren wir beim Wertstoffhof zu Gast. Knappe 10 Umzugskisten zogen mit uns in die neue Wohnung und wir fühlten uns so viel leichter und befreiter.

Uns wurde aber schnell klar: Das war es noch nicht, das war nur ein kleiner Schritt auf unserem Weg. Die Idee mit dem Wohnmobil haben wir schon lange und wie erwähnt haben wir immer wieder geträumt und gerechnet und geplant, jedoch nie gemacht. Aus Angst, Unsicherheit, mit Sicherheit auch zum Teil Bequemlichkeit.

Jedoch haben wir uns gerade seit wir Eltern sind auch mental sehr verändert und weiter entwickelt, dieses Leben, das sind einfach nicht mehr wir. Wir wollen uns keinen Zwängen unterwerfen, weder irgendwelchen gesellschaftlichen oder beruflichen Zwängen, noch gesetzlichen wie z.B.: der Schulpflicht. Wir wollen frei sein, Jamie soll frei aufwachsen, frei lernen und leben können.

Wir haben in letzter Zeit festgestellt, dass wir uns wieder sehr in unsere Komfortzone zurück gezogen haben und unsere Pläne immer mehr wieder zu Träumereien wurden. Dieser Umstand und das daraus resultierende Gefühl, dass wir so aus diesem Hamsterrad nie raus kommen, wirkte sich natürlich auch auf unser Zusammenleben und unsere Beziehung aus. Wir hatten immer wieder mal Phasen, in denen der Stress überhand nahm und wir viel stritten, aber so schlimm wie diesmal war es noch nie. Wir stritten fast täglich, wir brüllten uns an, als wären wir verrückt und das Schlimmste: wir taten es vor unserem Kind! Genau das wollten wir nie tun. Wir wussten selbst wie schrecklich es für Kinder ist mit zu bekommen, wenn ihre Eltern so stritten und schrien, wir würden es anders machen – ja Pustekuchen. Jetzt standen wir hier, vergasen alles um uns herum und stritten als würde es kein Morgen geben  und Jamie stand daneben. Erst als er selbst weinend anfing uns anzuschreien merkten wir, dass hier irgendetwas schief lief. Wir schworen uns, nicht mehr zu streiten und nicht mehr jeden Stress an uns auszulassen. Das klappte ganz  gut… ungefähr eine Woche lang. Dann war der nächste Punkt erreicht, der das Fass wieder zum Überlaufen brachte.

So konnte es nicht weitergehen. Bei einem sehr langen Gespräch, das viele Tränen beinhaltete, sprachen wir beide den Gedanken aus, der uns am meisten Angst machte. Wenn wir so weitermachen, trennen wir uns irgendwann, egal wie sehr wir uns lieben. Es muss was passieren und zwar jetzt!

Wir merkten endlich, wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir es nie tun. Denn den perfekten Moment wird es nie geben. Ja und so schrieben wir gleich am nächsten Tag die Kündigung für unsere Wohnung, ohne überhaupt zu wissen, ob wir rechtzeitig ein Wohnmobil finden werden. Zur Not werden wir wohl ein paar Wochen bei meiner Mama unterkommen.

Wir sind unheimlich aufgeregt und nervös. Natürlich haben wir auch ein bisschen Angst aber gleichzeitig sind wir so unglaublich glücklich uns endlich zu trauen. Allein durch diese Entscheidung sind wir so viel entspannter und streiten sehr viel weniger. Der nächste große Schritt ist nun unsere Jobs zu kündigen und Deutschland den Rücken zu kehren. Ich werde dich hier natürlich auf dem Laufenden halten.

So, jetzt geh ich aber mal weiter sortieren. Wenn du irgendwas brauchst, wir verkaufen gerade nach und nach vieles bei Ebay Kleinanzeigen. Am besten schaust du einfach immer wieder mal rein.

Alles Liebe

Nina

 

 

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6 comments / Add your comment below

  1. Hey, wie bei uns! Wir ziehen mit unsren Jungs (e und 1) Mitte Oktober nach Portugal. Alles was wir dann noch besitzen passt in unsren Toyota. Ich bin aufgeregt und freu mich. Ich glaube, zur Zeit ist viel Veränderung in der Luft und viele Feinfühlige fühlen das, und wollen einfach raus aus diesem Hamsterrad.

    1. Das finde ich klasse. Ja , so ist es….geht mir schon Jahre so…. momentan sehr sehr präsent. Viel viel Glück auf Eurer Reise. Hoffe, ich finde auch den Mut, meinen Träumen zu folgen. 🤗

    1. Liebe Denise, das verstehe ich total und es ist noch nicht mal so lange her, da dachte ich es für mich auch. Ich danke dir sehr.

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