mit Kleinkind und schwanger 2 Monate nach Thailand

mit Kleinkind und schwanger 2 Monate nach Thailand

Mehr als die Hälfte unseres Thailandaufenthaltes ist mittlerweile schon vorbei und was soll ich sagen? Diese Reise war wohl eine der besten Entscheidungen unseres Lebens.

Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht ob das, gerade schwanger, so eine gute Idee ist und jedes Mal wenn man sich gerade sicher ist lassen die Ängste anderer einen wieder zweifeln. Sie meinen es nicht böse, ganz klar. Eher im Gegenteil. Unsere Lieben machen sich einfach Sorgen um uns. Da sitzen einfach auch in ihnen Ängste. Auffallend ist vor allem, dass die meisten Warnungen und Ängste von denjenigen kommen die selbst noch nie in Thailand waren- das große Unbekannte ist wohl das, was uns allen am meisten Angst macht.

Wir haben uns in den letzten 3 Jahren sehr verändert und diese Veränderung hat mittlerweile schon zu einigen Entscheidungen geführt die unser Umfeld nicht ganz nachvollziehen kann. Und wir haben immer mehr festgestellt, dass es uns erstens nichts bringt uns (meist irrationale) Angst machen zu lassen und dass wir zweitens immer am besten wissen, was gut für uns ist. Und so warfen wir auch diesmal die Ängste über Bord und buchten unsere Flüge nach Bangkok.

Und nun sitze ich hier zwischen den Kokospalmen und höre das Meer rauschen. Verschiedene Tiergeräusche dringen vom Dschungel zu mir herüber, die Sonne scheint und meine zwei Männer vergnügen sich im Pool der direkt vor unserer Terrasse liegt. Es ist einfach ein Traum hier und irgendwie auch etwas unwirklich, dass wir tatsächlich hier sind und uns den Winter über die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Thailand Koh Ma

Natürlich haben wir uns auch Gedanken gemacht was wir alles brauchen, auf was ich als schwangere eventuell zusätzlich achten muss und welche Gefahren wirklich ganz real sind.

Wir haben uns erkundigt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass vieles einfach Panikmache ist. Gerne erkläre ich euch  mal ein bisschen, wie wir die meistdiskutierten Punkte hier handhaben:

Gepäck:

Wir haben hier sehr viele Familien gesehen, die zu viert mit 4 großen Koffern und 4 mal Handgepäck angereist sind. Ist natürlich möglich und wahrscheinlich auch beruhigend in jeder Lebenslage alles griffbereit zu haben. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden und gingen sogar noch einen Schritt weiter. Wir sind zu dritt ausschließlich mit Handgepäck angereist. 2 Rucksäcke und einen Trolley mit insgesamt ca. 18 Kilo. Kleidung und auch alles andere kann man zur Not vor Ort sehr günstig bekommen.

Eine genaue Packliste, was wir alles mitgenommen haben findet ihr hier: Packliste Thailand

Impfungen und Malariaprophylaxe:

Impfen ist ein schwieriges und heiß diskutiertes Thema. Wir haben uns nach ausführlicher Recherche aufgrund der Inhaltsstoffe und möglichen Nebenwirkungen, sowie aufgrund der Erkrankungswahrscheinlichkeiten und Behandlungsmöglichkeiten gegen sämtliche Impfungen entschieden.

Auch eine Malariaprophylaxe fanden wir aufgrund der oben genannten Gründe für uns nicht sinnvoll.

Nicht zu impfen ist in Deutschland erlaubt und die Entscheidung sollte sorgfältig abgewogen werden. Wir empfehlen jedem, sich in beide Richtungen ausführlich zu informieren.

der Flug:

Gerade als Schwangere soll man ja verstärkt auf eine ausreichende Thromboseprophylaxe achten. Meine Prophylaxe bestand ganz einfach darin, dass ich immer wieder meine Beine bewegt habe, die Füße kreisen lies und die Venenpumpe aktiviert habe. Gelegentliches im Gang auf und ab laufen ist natürlich auch nicht schlecht.

Gegen Thrombosestrümpfe habe ich mich ganz bewusste entschieden, da ich in der letzten Schwangerschaft mehr Probleme als Nutzen durch sie hatte und sie auch recht schnell in die Ecke geschmissen habe. Ich muss aber dazu sagen, dass wir keinen Direktflug hatten, sondern unser Flug auf zwei Flüge mit je ca 5 1/2 Stunden aufgeteilt war mit einem 5 Stunden Aufenthalt in Dubai, bei dem ich mich sehr viel bewegen konnte. Ansonsten hatten wir bei unserem Emirates Flug auch wirklich viel Beinfreiheit, was das ganze natürlich auch vereinfacht hat.

Das Essen war sehr gut und viel und bei Emirates kann man bis 48 Stunden vor dem Flug nicht nur ein Kindermenü auswählen, sondern auch unter ca. 15 verscheiden Menüs das Essen aussuchen. Vegetarisch, vegan, glutenfrei, Obstplatte,… eigentlich ist wirklich für jeden etwas dabei. Wenn man nichts wählt, kann man an Board dann aus zwei Gerichten, im Normalfall beide mit Fleisch oder Fisch, auswählen.

Jetlag:

Ich muss zugeben, die ersten zwei bis drei Tage waren ziemlich durchwachsen. Was allerdings auch an dem langen Aufenthalt in Dubai lag. Dazu kam, dass wir, da unser Shuttle nicht wie vereinbart da stand, erst gegen Mitternacht im Hotel in Bangkok ankamen und am nächsten Morgen um 5 schon wieder zum Flughafen mussten um nach Koh Samui weiter zu fliegen.

Gerade für Jamie war die lange Reise sehr Aufregend und und auch das ungewohnte Klima machte ihm die ersten Tage zu schaffen. So lagen wir 3 Tage eigentlich erst mal fast nur im Bett und haben viel gekuschelt, da er auch immer wieder fieberte. Nach den drei Tagen war aber alles wieder ok und wir können seitdem unseren Aufenthalt richtig genießen.

Sauberkeit und Infektionen:

Das ist wohl das am kontroversesten diskutierte Thema im Internet wenn es um Thailand geht. Natürlich ist hier einiges, gerade was die Müllbeseitigung angeht anders als bei uns. Die Unmengen angespülten Mülls an den Stränden und die Berge von Müll hinter den Häusern, können im ersten Moment schon ein kleiner Kulturschock sein. Und ich möchte nicht behaupten, dass es so etwas wie völlig verdreckte Küchen oder Toiletten ohne jegliche Spülung nicht gibt. Jedoch sind die meisten Thais schon auch auf eine gewisse Hygiene bedacht. Der Müll in und rund um viele Restaurants ist nicht unbedingt ein Zeichen von mangelnder Hygiene, es mangelt schlicht an Möglichkeiten den Müll zu beseitigen. Die Küchen und auch Toiletten sind dennoch in den allermeisten Fällen sehr sauber und die Lebensmittel gut gekühlt.

Das einzige bei dem wir wirklich drauf achten, ist das unser Trinkwasser aus verschlossenen Plastikflaschen kommt. Das Leitungswasser ist aufgrund schlechter Reinigung und großer Keimbelastung wirklich nicht zu empfehlen. Bei Eiswürfeln in Getränken sind wir hingegen ganz locker. Die Wahrscheinlichkeit, das jemand seine Eiswürfel aus Leitungswasser herstellt ist doch sehr gering. Meist kommen sie abgepackt aus dem Supermarkt.

Ansonsten ist es eigentlich immer ein guter Rat sich an die Restaurants und Garküchen zu halten, die auch von den Thais selbst besucht werden. Denn auch die Thais legen keinen Wert auf eine Lebensmittelvergiftung. Dazu bekommt man dort auch noch das authentische Essen. Da könnte höchstens noch der Schärfegrad Probleme machen, bei dem auch „nicht scharf“ gerne mal Waldbrände verursachen kann.

Obst haben wir Anfangs mit Trinkwasser abgewaschen, mittlerweile stecken wir uns die Früchte meist einfach so in den Mund, wenn sie nicht gerade wirklich schmutzig aussehen. Der Körper gewöhnt sich unheimlich schnell an die fremden Keime und Bakterien, wenn man ihn lässt, was wiederum unser Immunsystem stärkt. Bis auf etwas Bauchgrummeln in den ersten Tagen, hatten wir bissher noch keine Probleme. Wobei das Bauchgrummeln wahrscheinlich auch eher von den kiloweise verputzen Wassermelonen kam.

Obststand Koh Phangan

medizinische Versorgung:

Im Norden Thailands, wo noch nicht so viele Touristen unterwegs sind mag es anders aussehen, aber in den großen Städten wie Bangkok oder dem Touristisch erschlossenen Süden und Südosten Thailands ist die medizinische Versorgung auserordentlich gut. An jeder Ecke gibt es Apotheken, meist mit englischsprachigen Angestellten, in denen du wirtlich alles kaufen kannst. Die meisten Medikamente die du bei uns nur mit Rezept bekommst, sind hier sogar Rezeptfrei. Auch in Drogerien und normalen Supermärkten kann man eine ganze Reihe an Medikamenten kaufen. Aus dem Grund haben wir uns auch gegen eine Reiseapotheke Entscheiden. Wir brauchen zuhause nie irgendetwas, warum sollten wir ausgerechnet in den 2 Monaten was brauchen? Und wenn doch, bekommen wir hier im Notfall eben alles ohne Probleme. Auch die ärztliche Versorgung ist hier sehr gut und in den überall verbreiteten westlichen Kliniken gibt es nicht nur mehrsprachiges (meist Thai, Englisch Deutsch und Russisch) Personal, sondern auch noch oft einen höheren Standard als bei uns.

Sonnen und Mückenschutz:

Wer konventionellen Sonnen- und Mückenschutz verwenden möchte, sollte diesen am besten von Zuhause mitbringen. Sonnencremes sind meist mit einem Bleichmittel versehen, da die Thailändischen Frauen lieber helle Haut haben wollen und der hier erhältliche Mückenschutz ist so mit Chemie vollgepumpt, dass viele davon nicht mal unter 12 Jahren verwendet werden dürfen.

Jamie hat noch nie eine Sonnencreme gesehen und wir gehen auch zu Hause durchaus in der Mittagssonne raus. Auch hier nutzen wir keine Sonnencreme und er hatte noch nie einen Sonnenbrand. An sehr heißen und Sonnigen Tagen oder wenn wir Mittags unterwegs sind, kommt ein bisschen Kokosöl zum Einsatz, dass man hier an jeder Ecke frisch kaufen kann.

Kokosöl ist sowieso sehr vielseitig und wird hier von uns auch mit Teebaumöl und wenn sehr viele Mücken unterwegs sind auch noch mit dem hier erhältlichen Citronellaöl gemischt als Mückenschutz verwendet.

Ich muss dazu sagen, die Mücken stechen trotzdem und wir hatten mehr als einmal das Gefühl, dass es überhaupt nichts bringt. Bis wir einmal komplett vergessen hatten uns einzuschmieren… doch es hilft!

Das Teebaumöl hilft übrigens auch bei schon vorhanden Mückenstichen gegen das Jucken und auch wunden können mit dem Kokos-Teebaumölgemsich behandelt werden.

Morgens und Abend zur Dämmerung, also jeweils gegen halb 6 Uhr bis ca. 7 Uhr sind die Mücken am aktivsten. Wir sind mittlerweile dazu übergegangen uns, wenn gerade möglich, in dieser Zeit drinnen zu verstecken.

Schwangerschaftsvorsorge:

Wie ihr hier nachlesen könnt, haben Alex und ich uns diesmal für eine vorsorgefreie Schwangerschaft entschieden. Jedoch ist diese hier in Thailand ohne Probleme in den meisten Krankenhäusern möglich. Dort werden oft auch ganze Vorsorge- und sogar Geburtspakete zu sehr günstigen Preisen angeboten.

Im Notfall hätten wir hier auf der Insel gleich mehrere Kliniken in die ich gehen könnte, sowie das große Bangkok Hospital auf Koh Samui, das in einer halben Stunde mit der Fähre erreicht werden kann.

Ich glaube das waren so im großen und ganzen die wichtigsten Punkte. Oder hat euch was gefehlt? Dann schreibt es doch unten in die Kommentare, vielleicht kann ich euch die ein oder andere Frage noch beantworten.

Alles Liebe eure

Nina

 

Zu dritt mit Handgepäck nach Thailand

Zu dritt mit Handgepäck nach Thailand

Wir haben es tatsächlich geschafft für unseren 2 monatigen Aufenthalt in Thailand nur mit Handgepäck anzureisen. Anfangs erschien uns dies ehrlich gesagt wie ein unmögliches Unterfangen, aber es stellte sich schnell heraus, dass es gar nicht so schwer ist.

Alex und ich kamen eigentlich schon immer mit recht wenigen Dingen aus. Schon bei Übernachtungspartys bei Freunden kamen immer alle mit riesigen Taschen an. Ich hatte meist nur meine normale Handtasche dabei. Da diese im Alltag mit meinem Geldbeutel und Hausschlüssel recht leer ist, war da immer genug Platz für meine Zahnbürste, eventuell etwas Make up und Unterwäsche. Mehr brauchte ich nicht.

Irgendwo auf einem Blog habe ich mal den Tipp gelesen: “ richte alles was du mitnehmen willst auf einen Stapel her und dann pack mindestens die Hälfte wieder weg“. Das klappt eigentlich recht gut.

Wir haben wirklich nur das Nötigste mitgenommen, keinen Schnickschnack, keine Reiseapotheke von der man höchstwahrscheinlich eh nichts braucht und keine 5000 Kleidungsstücke; hier hat es selbt an kühleren Tagen mindestens 26 Grad, wir tragen daher eh fast ausschließlich Badesachen.

Hier also unsere endgültige Packliste mit der wir letztendlich tatsächlich nach Thailand aufgebrochen sind:

  • Alex: 2 kurze Hosen, 1 kurzärmliges Shirt, 1 kurzärmliges Hemd, 1 Badehose, Unterwäsche, ein Paar Flipflops plus die etwas wärmere Kleidung die er beim Flug anhatte, die hier aber nur im Schrank hängt und auf den Rückweg wartet
  • Nina: 3 Tops, ein kurzer Jumpsuit, 1 Bikini, ein paar Barfußschuhe, Unterwäsche und auch die Kleidung vom Flug
  • Jamie: 3 kurzärmlige Shirts und 3 kurze Hosen, die wir auch als Badehose nutzen (wenn er eine trägt)
  • Elektronische Ausstattung: Laptop, 2 Smartphones und einen Ebook-Reader, jeweils mit Ladekabel
  • Alex Zeichensachen: Papier, Stifte und Zubehör, Mappe für die Bilder,…
  • Jamies Spielzeug: 4 Tiptoibücher mit Stift, einen aufblasbaren Ball, ca 15 Schleichtiere und seine komplette Matchbox Autosammlung , Wir haben uns bei meiner Schwester noch Schwimmflügel geliehen, damit er auch alleine an den Pool kann, die trägt er jedoch nicht
  • Zahnbürsten, Teebaumöl, Aluminiumfreies Deo im Glaszerstäuber, Haarbürste und Haargummis (bei 3 Leuten mit langen Haaren jede Menge davon)
  • wichtige Unterlagen: Reisepässe mit Visum plus Kopien, Passbilder, Bank- und Kreditkarten, Flugtickets, Geldbeutel mit Bargeld

Ich muss zugeben, so ganz haben wir uns  nicht auf die mitgebrachten Sachen verlassen. Wir wussten, dass wir das meiste hier sehr günstig kaufen können. Einiges wie das Geschirr werden wir hier vor unserer Abreise an andere Familien weitergeben, andere Dinge nehmen wir mit nach Hause. So werden wir auf dem Rückweg wohl nicht ganz mit Handgepäck auskommen. Unseren Trolley werden wir wahrscheinlich als Gepäck aufgeben und uns noch einen dritten Rucksack fürs Handgepäck besorgen. So müsste alles gut verstaut sein.

Was wir hier gekauft haben:

  • für jeden von uns noch ein paar Hosen und Shirts, nicht weil wir sie unbedingt gebraucht hätten, sondern einfach weil sie uns gefallen haben
  • Kokosöl bekommt man hier an jeder Ecke sehr günstig. Die Einheimischen machen es meist selbst
  • 1 Teller, 2 Schüsseln, 3 Gabeln und Löffel, 1 Messer und ein Beil zum Kokosnüsse öffnen. Bis auf das Beil werden wir aber alles hier lassen
  • ein Stativ und eine Kameralinse für unsere Smartphones (das wollten wir eigentlich noch vor der Reise kaufen , haben es aber vergessen)
  • Schwimmring, Taucherbrille und Sandspielzeug für Jamie
  • ein großes Tuch zum draufsetzen

Was wir beim nächsten Mal definitv mitbringen werden sind gute Helme, sowohl für uns als auch für die Kinder, zum Roller fahren. In Deutschland waren wir noch fest der Meinung, dass wir keine brauchen werden, da wir davon überzeugt waren hier nicht Roller zu fahren. Wir merkten aber schnell, dass es hier fast nicht anders möglich ist und so hatten wir nach einer Woche doch einen Roller da stehen. Natürlich fahren wir alle mit Helm, aber die Helme hier passen meist leider nicht zu 100% und mit guten Helmen von zuhause würde ich mich einfach sicherer fühlen.

Was wäre euch wichtig dabei zu haben? Worauf könntet ihr auf keinen Fall verzichten? Könntet ihr euch auch vorstellen nur mit Handgepäck zu reisen? Ich freu mich auf eure Kommentare.

Alles Liebe

eure Nina

natürlich schwanger – Schwangerschaft ohne Vorsorge

natürlich schwanger – Schwangerschaft ohne Vorsorge

Ich glaube fast jede Mutter kennt diesen Moment in dem das Herz höher hüpft und die unglaubliche Freude beim Anblick des positiven Schwangerschaftstests. Doch schon kurz danach kommen bei den meisten Frauen die ersten Zweifel  ob der Test falsch sein könnte, ob alles mit dem Baby ok ist,… Schnell wird ein Termin beim Gynäkologen gemacht und erst wenn dieser einem die Schwangerschaft bestätigt hat und der werdenden Mama den Mutterpass aushändigt wird der positive Test wieder etwas realer.
Diesem ersten Arztbesuch folgt in der Regel eine wundervolle und intensive Zeit, die aber auch geprägt ist von Unsicherheit und Zweifel. Ich selbst fühlte mich in meiner ersten Schwangerschaft gerade die ersten Monate, als ich noch keine Kindsbewegungen gespürt habe sehr unsicher. Vor jedem Frauenarztbesuch war ich unheimlich nervös und hatte Angst, der Arzt könnte mir irgendetwas in die Richtung „ihr Kind ist krank“ oder „ich höre keinen Herzschlag mehr“ sagen. Ich wackelte wie eine Verrückte auf dem Stuhl im Wartezimmer hin und her, versuchte die aufsteigende Übelkeit unter Kontrolle zu halten und wartete darauf, dass mir der Arzt bestätigte was ich doch eigentlich instinktiv längst wusste:“ihrem Baby geht es gut“

Angst statt guter Hoffnung

Nach diesen Arztbesuchen ging es mir besser, ich war euphorisch, glücklich und fühlte mich richtig schwanger. Dieses Gefühl wurde innerhalb der  4 Wochen bis zum nächsten Termin immer weniger, bis ich mich schließlich abermals total nervös im Wartezimmer wiederfand. So wiederholte sich dieses Spielchen bis etwa zur 22. SSW. Ab da spürte ich mein Baby im Bauch täglich so intensiv, dass ich mir keine Sorgen mehr machte, dass es nicht mehr leben könnte. Dennoch gab es natürlich genug Gründe sich Sorgen zu machen, hier ein Ziehen, da ein komischer Schmerz, Übungswehen ab der 25. SSW,etc.

Immer wusste ich instinktiv, dass alles ok ist und immer wollte ich dennoch die Bestätigung meines Arztes haben. Warum? Na weil man das doch so macht oder? Von klein auf wachsen wir damit auf, dass eine Schwangerschaft so abzulaufen hat, wir kennen es nicht anders, wir hinterfragen nicht. Ich merkte immer mehr, dass mich diese Art nicht glücklich machte, im Gegenteil. Dass ich diese ganzen Untersuchungen eigentlich gar nicht wollte (ich war eine Bilderbuchschwangere für jeden Gynäkologen, ich hab sämtliche Untersuchungen mitgenommen, die man für Geld kaufen kann) und dass ich zunehmend genervt von den Arztterminen war, die Richtung Ende hin ja dann auch noch alle 2 statt 4 Wochen anstanden. Mir gab das ganze keine Sicherheit, die war nur oberflächlich. Im Gegenteil, mich verunsicherte das alles zutiefst, so dass ich immer mehr und mehr das Gefühl für mich, mein Baby und meinen Körper verlor und ich war zunehmend genervt. Ein paar Wochen vor der Geburt dachte ich mir dann, dass ich bei einer zweiten Schwangerschaft ja vielleicht doch in ein Geburtshaus gehen könnte wie ich es eigentlich schon immer wollte und es mir ausreden lies weil es ja so gefährlich sei. Für diese Geburt war es da leider schon zu spät.

In was für einer Entbindung (ich schreibe dieses Wort ganz bewusst, denn genau das war es: eine Entbindung. Kein gebären) diese ganze Odyssee letztendlich endete könnt ihr in meinem Geburtsbericht nachlesen.

Nach der Geburt meines Sohnes schwor ich mir, dass mir so etwas nie wieder passieren wird. Anfangs waren es nur Gedanken und zaghafte Überlegungen was es für andere Möglichkeiten gäbe die später, lange vor meiner jetzigen Schwangerschaft immer mehr Gestalt annahmen.

Eigenverantwortung übernehmen

Als es dann so weit war und ich wieder schwanger wurde, wusste ich ganz tief in mir drin eigentlich schon lange was ich wollte, ich hatte mich schließlich die letzten drei Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die endgültige Entscheidung dazu viel aber dann doch erst etwas später.

Diese Schwangerschaft fing schon ganz anders an. Ich spürte dass ich schwanger bin, ich wusste es, ich brauchte keinen Test. Damit ich meinem Mann trotzdem einen Beweis schwarz auf weiß oder eher blau auf weiß vorlegen konnte, machte ich dennoch einen Test. Zu dem Zeitpunkt war ich eigentlich noch nicht mal überfällig, aber ich war mir einfach sicher und tatsächlich war der Schwangerschaftstest positiv, zwar relativ schwach, aber deutlich. In der 5. SSW rief ich dann eine Vorsorge und Hausgeburtshebamme an  Zu einem Arzt wollte ich aufgrund meiner Erfahrungen in dieser Schwangerschaft nur zu den 3 großen Ultraschalluntersuchungen gehen. Diese Hebamme wurde mir von einer lieben Bekannten empfohlen. Sie sollte eine Seele von Hebamme sein, sehr natürlich,… wir vereinbarten einen Termin für die 9. SSW.

Je näher der Termin rückte, desto unwohler fühlte ich mich. Ich merkte wie ich wieder unsicher wurde, was die Hebamme wohl sagen würde und vor allem merkte ich ,dass ich überhaupt gar keine Lust hatte eine Fremde in meine Schwangerschaftsblase zu lassen. Ok wenn ich ehrlich bin hatte die Hebamme wahrscheinlich von vorne rein keine Chance, meine Entscheidung stand schon längst fest, es war mir nur noch nicht so ganz bewusst.

Sie verlangte wirklich wenig und wahrscheinlich auch sehr viel weniger als die meisten ihrer Kolleginnen. Aber ich war nicht dazu bereit, dass auch nur irgendetwas von mir verlangt wird, es ist mein Körper und mein Baby und ich werde mir nicht nochmal die Verantwortung für beides abnehmen lassen.

Ich habe nichts sofort und kategorisch abgelehnt, ich wollte lediglich auf Augenhöhe mit ihr darüber reden und fragte sie welche Untersuchungen für sie zwingend nötig sind um mich bei einer Hausgeburt begleiten zu können und warum. Um mich dann dafür oder dagegen entscheiden zu können. Mit plausiblen Erklärungen hätte ich wahrscheinlich der ein oder anderen Untersuchung sogar zugestimmt.

Schneller als ich schauen konnte fand ich mich plötzlich wieder in einer ähnlichen Situation wie in meiner ersten Schwangerschaft. Man wollte mir die Verantwortung und vor allem das Gefühl für meine Schwangerschaft absprechen, ich wurde verunsichert und angegriffen.

Auf keine einzige meiner Fragen, warum die Hebamme die und die Untersuchung möchte bekam ich eine Antwort. Es kamen immer nur Aussagen wie: „wenn du das nicht machen lässt, dann mach ich gar keine Vorsorge“ und schon ist man wieder in diesem Zwang. Das hat nichts mit freier Entscheidung zu tun, auch wenn es gerne so hingestellt wird. Es gibt keinerlei Gesetzte die auch nur eine einzige Untersuchung in der Schwangerschaft verpflichtend machen würden. Wenn ich aber von der Hebamme vor die Wahl gestellt werde: „entweder du machst was ich sage oder ich mache keine Vorsorge und Hausgeburt“, dann ist das Zwang!

Ich habe immer wieder betont, dass ich nichts strikt ablehne, sondern einfach nur plausible Erklärungen möchte. Ich will mit meiner Hebamme auf Augenhöhe sein, nein ganz ehrlich? Ich will ÜBER der Hebamme stehen, denn sie ist der Dienstleister und wird dafür bezahlt, dass sie tut was ich will.

Nachdem sie mir keinerlei plausible Erklärung für eine vorsorgliche Blutabnahme und Urinprobe liefern konnte und immer nur wieder betonte, dass sie sonst gar keine Vorsorge macht, habe ich als ich merkte was hier gerade wieder mit mir passiert beides abgelehnt. Sie durfte dann noch kurz meinen Bauch abtasten um mir zu sagen wo der Fundus momentan steht (was ich auch so schon wusste), damit sie mir einen Mutterpass und eine Schwangerschaftsbestätigung ausstellen kann. Den Mutterpass wollte sie mir dann auch noch verweigern, denn sie könne ja eh nichts reinschreiben. Wieder Druck!

Als sie weg war, war ich erst mal fix und fertig und habe Rotz und Wasser geheult. Geht das alles jetzt von vorne los? Kann man jetzt nicht mal mehr den hoch gelobten Hebammen vertrauen?

Ich war mal wieder zutiefst verunsichert. Es war also genau das passiert, was ich diesmal auf keinen Fall zulassen wollte. Ich überlegte ernsthaft mich zu fügen, aus Angst ich könnte mein Kind und mich doch gefährden. Doch ich fühlte mich schrecklich bei dem Gedanken.

Du bist eine Göttin, du kannst das

Ich redete mit Alex, schilderte ihm meine Gefühle und meine unglaubliche Wut auf die Hebamme, auf das ganze System aber vor allem auf mich, weil ich es wieder zugelassen hatte, dass man mit mir so umgeht.

Und was soll ich sagen? Ich habe einfach den aller besten Mann auf der Welt. Alex nahm mich in den Arm, tröstete mich, wischte meinen Tränen weg und sagte“ dann machen wir halt alles allein, ich vertraue dir, du bist eine Göttin, du kannst das!“

Mit dem Gedanken Alleingeburt hatte ich schon lange vorher gespielt. Ich wollte eh nur die Vorsorge um eine Hausgeburtshebamme als Backup zu haben, falls ich doch unsicher werden sollte. die Option doch jemanden rufen zu können, auch wenn ich es wahrscheinlich nicht tue, gab mir Sicherheit.

Nun musste ich mich entscheiden: sollte ich mich wieder fügen und Dinge tun die ich nicht will um eine Sicherheit zu haben die ich wahrscheinlich nicht in Anspruch nehmen werde? Vor allem : Wenn die Hebamme  mich jetzt schon zu Dingen zwingen möchte, wer sagt mir, dass sie es kurz vor der Geburt nicht auch so macht?“mach das und das oder ich begleite dich nicht bei der Geburt“ oder sogar während der Geburt“ wenn du nicht mitmachst ruf ich den Krankenwagen“ etc.

Oder tue ich das, was ich schon in meiner ersten Schwangerschaft hätte tun sollen? Eigenverantwortung übernehmen und tun, was ich für richtig halte und vor allem was sich richtig anfühlt?

Tief in mir drin wusste ich schon lange vor dieser Schwangerschaft was ich tun werde. Typische gesellschaftliche Zwänge hatten mich kurzfristig wieder dazu gebracht Sicherheit von außen zu suchen. Jetzt wusste ich endlich ganz genau was ich tun werde und es fühlte sich noch nie etwas in meinem Leben so richtig und gut an.

Alex und ich haben uns gemeinsam für eine Schwangerschaft komplett ohne Vorsorge entschieden. Endlich kann ich eine Schwangerschaft so erleben wie es sein sollte. In guter Hoffnung, entspannt, glücklich und völlig in mir ruhend. Ich gebe diesmal die Verantwortung nicht ab und behalte dadurch mein gutes Körpergefühl. Diese Schwangerschaft ist sehr viel intensiver als die letzte, ich spüre tief in mich hinein und weiß instinktiv was mein Baby und ich brauchen und ob es uns beiden gut geht. Wenn wir uns intensiv mit uns beschäftigen, können wir in der besonderen und sehr feinfühligen Zeit einer Schwangerschaft sehr viel über uns, unseren Körper und unser Baby lernen.

Ich vertraue der Natur. Der weibliche Körper ist dafür gemacht, schwanger zu sein und ein Kind zu gebären. Er braucht dafür im Normalfall keine medizinische Überwachung. Versteht mich nicht falsch. Ich bin dankbar für den medizinischen Fortschritt, im Notfall kann er Leben retten. Aber dieses ständige VorSORGEN und unnötige Intervenieren macht viele Probleme leider erst, die es sonst gar nicht gegeben hätte.

Doch leider geben die meisten Frauen weiterhin ihre Eigenverantwortung schon zu Beginn der Schwangerschaft ab und vertrauen Ärzten und Hebammen mehr, als ihrem eigenen Gefühl. Was ich vollkommen nachvollziehen kann, ich hab es ja schließlich genau so gemacht. Die ständigen routinemäßigen Untersuchungen auf der Suche nach Anzeichen von Krankheit, können die eigentlich innige Vorfreude auf das Baby völlig drüben. Die Vorsorgeuntersuchungen sind sogar so alltäglich und normal, dass viele Frauen  denken, sie wären Pflicht. Dachte ich damals auch, es wird einem ja auch von allen Seiten so kommuniziert und wehe man hinterfragt etwas, dann wird man als unverantwortlich hingestellt und gefährdet das Leben seines Kindes. Ein einziger unbedachter Kommentar des Arztes kann Ängste schüren die uns Frauen die komplette Schwangerschaft begleiten und sogar eine natürliche Geburt erschweren können. Die Leichtigkeit, Sorglosigkeit und Unbeschwertheit kommt einem allzu oft abhanden und findet sich meist leider auch die gesamte Schwangerschaft nicht mehr ein.

Normen hinterfragen

Und genau das ist der Knackpunk. Es geht mir nicht darum, Untersuchungen generell zu verteufeln. Wie ich oben schon schrieb, haben manche in bestimmten Fällen durchaus ihre Berechtigung. Ich möchte Frauen nur dazu ermutigen, in sich hineinzuhören und nicht einfach alles mitzumachen, weil man es halt so macht oder weil ihnen Angst gemacht wird. Hinterfragt alles und jeden und gibt euch nicht mit irgendwelchen Ausreden zufrieden. Es ist EUER Körper, EUER Kind, EUER Leben und im Zweifelsfall EUER Trauma mit dem am Ende nur ihr Leben müsst.

Hört auf euren Instinkt. Eure innere Stimme kennt den richtigen Weg. Hört darauf.
Sucht euch Gleichgesinnte, auch online. Tauscht euch aus. Das gibt euch die Sicherheit nicht allein zu sein und hilft euch euren Weg klar zu sehen.

Ich kann es verstehen, wenn Frauen zumindest ein paar Untersuchungen mitmachen wollen, z.B. die 3 großen Screenings. Ich habe am Anfang auch immer wieder überlegt, ob ich nicht wenigstens diese Untersuchungen mache. Aber für mich war schnell klar: Ich bin im Vertrauen und mir geht es gut. Alles was kommt, kann daher im Zweifel nur verunsichern und zu Entscheidungen führen, deren Grundlage Angst ist.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass mein Weg nicht der Norm entspricht und möchte ihn auch nicht als den besten Weg für alle vorschlagen. Es ist einfach mein Weg, unser Weg, den wir uns sehr gut über mehrere Jahre hinweg überlegt haben.

Viele werden mich für Verantwortungslos halten, wahrscheinlich auch meine eigene Verwandtschaft. Aber das ist ok für mich. Habe ich doch vor ein. paar Jahren noch genau so gedacht.

Heute ist es genau das Gegenteil für mich:

Ich übernehme die volle Verantwortung

für mich, meinen Körper und für mein Kind.

Alles Liebe

Eure Nina

 

 

Schweigen brechen – Geburtsbericht meiner traumatisierenden Klinikgeburt

Schweigen brechen – Geburtsbericht meiner traumatisierenden Klinikgeburt

 

Gewalt in der Geburtshilfe passiert jeden Tag und leider sind es keine Einzelfälle. Das sieht man unter Anderem an der regen Beteiligung am Roses Revolution Day, der sich heute am 25. November das 5. Mal jährt.

An diesem Tag legen Frauen in einer weltweiten Aktion unter dem Leitspruch: „Name it – each woman is a rose“  rosafarbene Rosen vor den Kreißsaaltüren nieder, hinter denen ihnen Gewalt angetan wurde.

Viele machen Fotos davon und teilen die Bilder, oft zusammen mit ihren Geburtsberichten, unter dem Hashtag #rosrev bei Facebook, Twitter oder Instagram. Ihr könnt eure Bilder und Geburtsberichte auch an die Facebookseite von Roses Revolution schicken, dort werden sie dann auf Wunsch anonym veröffentlicht (#mylabour).

Macht mit und seid Teil der Roses Revolution, damit sich endlich etwas verändert!

Auch ich habe mich nach 3 Jahren nun entschieden das Schweigen zu brechen und euch heute, anlässlich des Roses Revolution Day, an der Geburt meines Sohnes teilhaben zu lassen. Mir viel diese Entscheidung nicht leicht und als ich mich hinsetzte um den Geburtsbericht zu verfassen wurde ich immer wieder von meinen Gefühlen überwältigt, so präsent sind mir die einzelnen Bilder, Szenen und Gefühle auch heute noch.Ichwachte am 1.10.2014 kurz vor 7 Uhr auf, weil ich das Gefühl hatte ich hab gerade ins Bett gepinkelt. Ich stand auf und ging die Treppen hoch auf die Toilette. Auf jeder Stufe liefen ein paar Tröpfchen an den Oberschenkeln entlang. Zuerst dachte ich: „Bin ich jetzt so kurz vor dem ET(38+1) doch noch inkontinent geworden?“
Auf der Toilette hab ich erst mal meine Blase entleert. Als ich wieder aufstand kam wieder ein Schwall, ich setzte mich hin, nichts mehr. Ich stand auf – wieder ein Schwall. Da dachte ich mir schon, dass das Fruchtwasser ist. Ich war in meiner ersten Schwangerschaft recht uninformiert. Ich hab einfach vertraut, dass jede Frau ein Kind bekommen kann und vertraute vor allem meinem Frauenarzt.


Ich legte mich im Wohnzimmer dann noch etwas hin um mich auszuruhen. Da sich so gar keine Wehen einstellen wollten, aber immer wieder tröpfchenweise Flüssigkeit abging, schrieb ich meinem Mann, er solle doch bitte in seiner Pause schnell zur Apotheke fahren und Urinteststreifen zur PH Bestimmung holen, da diese natürlich auch auf den PH Wert des Fruchtwassers anspringen. Gegen 10 Uhr war er dann da und brachte mir diese Streifen, ging aber gleich wieder, weil seine Pause fasst zu ende war. Ich testete, da aber schon länger keine Flüssigkeit mehr kam, war der Streifen zwar etwas bläulich, aber nicht richtig dunkelblau wie er bei Fruchtwasser sein sollte.  Ich war mir nicht sicher ob ich nun auf mein Gefühl hören sollte (was mir leider im Laufe der Schwangerschaft nach und nach abhanden kam, obwohl ich eigentlich immer ein sehr gutes Bauch- und Körpergefühl hatte) oder mich an die gängigen und mir während der gesamten Schwangerschaft eingebläuten Anweisungen halten sollte.
Ich entschied mich schlussendlich für letzteres und rief meinen Mann Alex an und sagte, ich denke er solle lieber kommen, es ist wohl Fruchtwasser und man soll ins Krankenhaus fahren wenn die Fruchtblase platzt aber keine Wehen kommen wegen der Infektionsgefahr.

Alex war innerhalb von 20 min zu Hause und hatte meine Bestellung dabei: ein Schinken-Käse-Croissant und ein Schokoriegel von der Tankstelle. Ich aß das noch gemütlich und dann gingen wir zusammen duschen.
Ich war völlig entspannt und voller Vorfreude. Mein Mann fragte noch, ob es nicht besser wäre, zuhause zu bleiben bis ich Wehen hätte. Ach hätte ich doch nur auf ihn gehört…ich habe lange gebraucht, mir diese Entscheidung zu verzeihen.

Ich hatte sowohl gelesen, als auch vom Frauenarzt gesagt bekommen, dass man bei Blasensprung unbedingt in die Klinik muss, auch ohne Wehen, um die Infektionsgefahr einzudämmen.
Und so setzten wir uns ins Auto und begaben uns auf den Weg ins Krankenhaus.


Mein Gefühl sagte mir die ganze Zeit, dass das falsch ist, ich wurde immer nervöser, bekam Herzklopfen und wollte nur zurück nach Hause. Aber wie so oft in der Schwangerschaft habe ich mein Gefühl unterdrückt, so sehr wurde ich von Ärzten und meiner Familie verunsichert.


Wir kamen gegen 14 Uhr im Kreißsaal an. Als ich sagte wer ich bin und dass ich Fruchtwasser verliere, wurde ich erst mal ohne Begrüßung recht ruppig von der anwesenden Hebamme gefragt, wie weit ich denn wäre. Als ich sagte : 38+2 kam nur ein Augenverdrehen und ein genervtes: „das ist kein Fruchtwasser…“ Ich sollte dann rein kommen und wurde direkt in einen Raum mit mehreren Liegen zum CTG schreiben gebracht. Ohne irgendwelche Worte wurde ich angewiesen mich auf die Seite zu legen und die Gurte wurden angebracht, die Hebamme ging und wir lagen bzw. saßen dort fast eine Stunde bis sie wieder kam. Ich vermutete schon, dass wir vergessen wurden.
Das CTG zeigte ganz leichte unregelmäßige Wehen, die ich nicht spürte. Was ich aber spürte war, dass ich immer mehr Fruchtwasser verlor. Das sagte ich auch. Daraufhin holte die Hebamme ein Teststäbchen, wies mich an, mich auszuziehen und führte es in meine Vagina ein. Dabei stocherte sie recht schmerzhaft am Muttermund rum. Als sie es wieder raus zog, war es dunkelblau. Da meinte sie überrascht: „das ist ja wirklich Fruchtwasser“ Ach nee…

Wir sollten im Wartezimmer des Kreißsaals platz nehmen, bis meine Beleghebamme, die gerade Dienst hatte, Zeit hätte. Wir warteten ca. eine halbe Stunde. Als sie dann kam wurde Alex mit meiner Krankenkarte zur Anmeldung geschickt und sie ging einen Aufnahmefragebogen mit mir durch. Da wurde mir auch gleich gesagt, dass jetzt ein Zugang gelegt wird, als ich fragte warum, wurden mir irgendwelche Horrorszenarien aufgezählt, was alles passieren könnte und man dann dringend den Zugang bräuchte. Wäre dieser dann nicht da, könnten mein Baby und ich sterben. Gleichzeitig wurde noch eine Flasche mit Antibiotika zur Antibiose wegen dem Blasensprung angehängt, die von nun an alle 8 Stunden wiederholt werden sollte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich so verunsichert, dass ich mich gar nicht mehr traute nachzufragen. Zumal sowieso alles so kommuniziert wurde, als wäre es eh Pflicht und ich könnte da nichts entscheiden.
Also wurde der Zugang gelegt, Blut abgenommen und alles ausgefüllt.
Mir wurde dann gesagt, dass jetzt mittels Cytotec, angeblich einem leichten, nicht schlimmen Wehenmittel eingeleitet wird.
Vor einer Einleitung hatte ich am meisten Angst, hatte ich doch gelesen, dass Einleitungswehen viel schlimmer wären als natürliche. Außerdem wollte ich doch eine natürliche Geburt ohne irgendwelche Interventionen. Da es aber wie gesagt als Pflicht kommuniziert wurde, traute ich mich nicht nachzufragen.

Ich fing an an mir und meinem Körper zu zweifeln…


Ich wurde wieder in den CTG Raum geführt, diesmal sollte ich mich auf einen Sessel setzen. Das CTG wurde angebracht und eine Schwester brachte mir einen kleinen Becher mit Wasser in dem die Cytotec Tablette aufgelöst war.
Das sollte ich trinken und dann würde eine Stunde lang ein CTG aufgezeichnet werden. Ich trank also die Tablette und dann warteten wir. Bereits da hab ich kaum noch geredet, während ich zu Hause noch so gute Laune hatte und mit meinem Mann scherzte, hatte ich jetzt vor allem Angst. Ich fühlte mich unwohl und verlor langsam komplett das Gefühl für mich und mein Kind. Ab diesem Zeitpunkt bewegte sich auch mein Baby nicht mehr. Ich hatte jeglichen Kontakt verloren.

Innerhalb von 20-30 min nach der Einnahme stellten sich regelmäßige, recht unangenehme Wehen im 5 Minutentakt ein. Nach einer Stunde wurde dann das CTG beendet und ich sollte auf mein mittlerweile bereitstehendes Zimmer gehen wo ich dann auch was zu essen bekam. Es hieß, entweder die Wehen würden jetzt heftiger werden oder wir warten bis zum nächsten Morgen und geben dann noch eine Dosis.
Auf dem Zimmer aß ich eine Kleinigkeit und mein Mann und ich unterhielten uns. Alles war so unwirklich und überhaupt nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte.
Irgendwann hieß es, mein Mann müsste abends nach Hause gehen und dürfte nicht bleiben, obwohl mein Zimmer sonst leer war und wir sogar ein Familienzimmer gebucht hatten. Noch etwas was mir Angst machte, ich wollte hier auf keinen Fall alleine sein…mein Mann versicherte mir, dass er nicht gehen würde. wenn sie ihn tatsächlich rausschmeißen bliebe er unten vor der Tür im Auto.
Aber soweit kam es gar nicht…


Gegen 19 Uhr kam eine Schwester rein und meinte, mein Frauenarzt, der in dieser Klinik Belegarzt war, wäre gerade zu einer anderen Geburt da und möchte mich kurz untersuchen.
Ich verstand zwar nicht ganz warum, aber ok, warum nicht? Ich vertraute ihm…

Also gingen wir runter in den Kreißsaal wo wir gleich in ein Gebärzimmer geführt wurden. In dem Moment ahnte ich noch nicht, dass ich diesen Raum bis zum nächsten Morgen nicht mehr verlassen würde…

Kurz danach kam mein Frauenarzt. Schon da war von dem netten und freundschaftlichen Arzt den ich kannte, nicht mehr viel zu sehen. Er war kurz angebunden und ich hatte das Gefühl es ging ihm nur darum hier schnell fertig zu werden.
Er fragte ob ich noch Wehen hätte, ich antwortete ehrlich, dass sie direkt nach Beendigung des CTG komplett wieder weg waren. Dann wollte er noch eine vaginale Untersuchung und meinte nur, das wäre ein guter Befund und dass ich jetzt einen Wehentropf bekomme, begleitet mit den Worten, dass das Kind heute noch kommt.

Das kam mir alles etwas komisch vor. 2 Tage zuvor war ich bei der letzten Vorsorgeuntersuchung bei ihm. Da bestand er auf eine vaginale Untersuchung. Die Untersuchung war ziemlich unangenehm, ja sogar schon schmerzhaft. Daraufhin sagte er, dass wir uns in spätestens 3 Tagen in der Klinik sehen und nun war ich hier. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass er bei dieser Untersuchung heimlich eine Eipollösung gemacht hat.


Das mit dem Wehentropf sagte er schon halb im rausgehen, ich war so perplex und er so schnell weg, dass ich beim besten Willen keinerlei Chance hatte nachzufragen.
Ich bekam Panik, hab meinen Mann gefragt warum ich jetzt einen Wehentropf bekommen soll, dass die Hebamme doch was anderes gesagt hat…Ich hatte mir gewünscht, dass er nachfragt, dass er mich davor bewahrt, war aber nicht in der Lage das so zu kommunizieren und er war selbst so überrumpelt und machte sich Sorgen um mich, dass er selbst nicht reagieren konnte.

Wenn ich verweigere nehmen sie mir mein Kind sofort nach der Geburt web, wenn es nicht vorherstirbt…bäm…das saß…

Etwa eine viertel Stunde später kam dann die Schwester, die den Oxytocintropf legen wollte. Ich fing an zu weinen, ich fragte warum und sagte, dass ich das nicht will. Sie meinte nur, dass bei Blasensprung das Kind innerhalb von 24 Stunden geboren sein müsste. Wenn ich den Tropf verweigere nehmen sie mir mein Kind sofort nach der Geburt weg und bringen es auf die Intensivstation, wenn es nicht vorher schon stirbt…bäm, das saß…ich weinte im Stillen weiter, wohl wissen, dass ich gerade eine natürliche und schöne Geburt endgültig verabschiedete und fügte mich…


Ich wurde ruhig, ich hatte aufgegeben, ich konnte nichts tun und hatte Angst was noch kommen würde.
Der Tropf wurde angehängt und ab da alle halbe Stunde hochgedreht.
Ich wurde gezwungen ab 19 Uhr stundenlang durchgehend am CTG auf der linken Seite zu liegen. Mir tat alles weh, ich hatte eine starke Symphysenlockerung,… aber ich hatte keine Wehen. (im Geburtsprotokoll steht, dass ich ab 20 Uhr wehen hatte und im Geburtsbericht „Patientin kann gut mit dem wehen“, mein Mann meinte das CTG zeigte gelegentlich eine Wehe an) ich spürte wie gesagt rein gar nichts, auch kein hart werden des Bauches und ich spürte seit Stunden auch mein Baby nicht mehr. Das verunsicherte mich erst recht.
Ich bat immer wieder darum, aufstehen zu können, mich bewegen zu dürfen. Immer wieder wurde ich vertröstet. Gegen 22 Uhr war Schichtwechsel und die nun diensthabende Schwester kam rein, setzte sich zu mir und stellte sich vor. Ich fühlte mich zum ersten mal an diesem Tag gesehen. Sie bemerkte meine Angst und redete mir gut zu. Ich nutzte die Chance und sagte nochmal, dass ich aufstehen möchte. Sie meinte sie fragt mal nach, aber es ist eh Schwachsinn und unnötig, dass ich die ganze Zeit da liegen muss. Sie kam dann auch recht schnell wieder und befreite mich vom CTG.
Da ich den Kreißsaal nicht verlassen durfte und das Gestell mit dem Tropf bei mir hatte, war ich natürlich auch so nicht sehr beweglich, aber es war immerhin besser als liegen. Mein Mann und ich liefen also ein wenig im Gang auf und ab. Da ich aber ja noch keinerlei Wehen hatte, verspürte ich jetzt auch nicht unbedingt den Drang mich zu bewegen. Eigentlich wollte ich nur nach Hause, meine Ruhe haben und schlafen. Wir gingen dann wieder in das Gebärzimmer dort setzten wir uns hin und unterhielten uns ein bisschen. Da kam auf einmal ein größerer Schwall Fruchtwasser, sodass wir jemanden riefen, weil nun das Bett nass war und ich nirgends mehr sitzen konnte. Die diensthabende Hebamme (die 3. mittlerweile) kam und verdrehte die Augen. Sie wollte dann kurz vaginal nachsehen in dem Moment platzte die Fruchtblase komplett. Sie meinte nur:“ ach, das hab ich mir gedacht, dass das jetzt passiert“ und stellte gleichzeitig den Wehentropf nochmal höher. Im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass sie die Fruchtblase platzen ließ. Sie meinte dann noch:“ Ihnen ist schon klar, dass wir sie jetzt wieder flächendeckend mit CTG überwachen müssen?“

Ihr war das ganz recht, dann würde ich endlich nicht mehr ständig nerven, dass ich aufstehen will. Ich sagte, dass ich noch kurz auf die Toilette musste. Dort hatte ich die erste spürbare Wehe, die mich sofort mit voller Wucht traf, es war wie ein unverhoffter Schlag in die „Fresse“. Ich war kaum zurück von der Toilette, da überwältigte mich schon die nächste Wehe, es war keine Minute Pause dazwischen.
Die Hebamme legte das CTG wieder an und so lag ich wieder in dieser Zwangshaltung da.

Was folgte war ein Wehensturm. Ich hatte eine einzige Wehe ohne Pause, sie flachte lediglich etwas ab um dann zugleich mit voller Wucht wieder zuzuschlagen. Ich wusste nicht mehr was ich machen sollte und in dieser Zwangshaltung wurde es schier unerträglich. Ich sagte meinem Mann völlig resigniert, dass ich nun doch eine PDA möchte. Den ganzen Abend versuchte man mir schon eine aufzudrängen, jedes mal wenn ich aufstehen wollte. Mein Mann wusste, dass ich auf keinen Fall eine PDA wollte und so fragte er mehrmals nach, bis er klingelte. Die Hebamme grinste nur süffisant als sie das hörte und rief den Anästhesisten. Dieser kam und schickte erst mal meinen Mann weg meine Krankenkarte zu holen, völlig überrumpelt und voller Sorge ging er natürlich. Jetzt war ich allein mit ihnen und konnte nichts ausrichten.

Ich sagte, dass ich mir nicht sicher bin und eigentlich lieber doch keine PDA hätte. Die Hebamme meinte daraufhin, dass der Anästhesist jetzt schon extra aufgestanden wäre, also wird das jetzt auch gemacht, gleichzeitig jagte sie mir eine Spritze durch den Zugang, sie meinte das würde die Schmerzen beim Einstich lindern. Ich weiß bis heute nicht was das war, ich weiß nur, dass mir plötzlich schwindelig und schlecht wurde, ich bekam Schüttelfrost und fühlte mich wie in Watte gepackt. Als mein Mann wieder kam, war ich nicht in der Lage ihm mitzuteilen, dass ich gar keine PDA will. Ich konnte mich nur fügen, also setzte ich mich an den Bettrand, gestützt von meinem Mann und rundete den Rücken so gut es unter Wehen halt ging. Mir war so unglaublich schlecht.

Das die PDA nicht wirkte, glaubte mir niemand


Der Anästhesist brauchte 3 Anläufe bis die Nadeln endlich „richtig“ saß. Richtig war es dennoch nicht, ich spürte rechts weiterhin alles in gleicher Intensität, dafür konnte ich nicht mal mehr mein Becken anheben. Das glaubte mir nur niemand und der Wehentropf wurde abermals höher gedreht und alle verließen wieder den Raum. Ich kämpfte mit Schwindel, zitterte immer mehr und versuchte irgendwie mit den nun einseitigen Wehen klar zu kommen. Etwa eine Stunde später merkte ich, dass die Wehen zunehmend im unteren Rücken zu spüren waren und sich dort ein sehr starker Druck aufbaute, der zumindest angenehmer war, als die pausenlosen Wehen vorher. Zu der Zeit war ich schon an dem Punkt, dass ich das alles einfach schnell hinter mich bringen wollte.
Kurz darauf kam die Hebamme und fragte, ob sich die Wehen veränderten, ich sagte ihr, dass ich nun einen starken Druck im Rücken verspürte. Daraufhin wurde mal wieder relativ grob vaginal untersucht, sie gab mir recht und meinte, sie würde die Vertretungshebamme meiner Beleghebamme wecken. Diese wollte dann, dass ich mich auf die andere Seite lege und sagte ich könne ja mal versuchen mit zu schieben…auf der Seite liegend ans Bett gefesselt…na klar…
Sie meinte das Baby würde bald kommen daher würde jetzt mein Frauenarzt verständigt werden.

Etwa eine halbe Stunde später rannte mein Frauenarzt ins Zimmer, schon recht genervt, war es doch schon nach Mitternacht, er wollte das Kind schließlich vorher auf der Welt haben und meinte nur süffisant zu mir: „ach, wolltest jetzt doch eine PDA“
Ich sollte mich sofort auf den Rücken legen um schon wieder vaginal untersucht zu werden ich sollte meine Beine komplett an die Brust ziehen und mit aller Kraft pressen, teilweise zwischen den Wehen. Dass ich Wehen spürte und durchaus Pressdrang hatte, weil die PDA nicht richtig wirkte glaubte mir ja niemand. Plötzlich hieß es, Arzt und Hebamme würden jetzt etwas mithelfen… ich hab nur noch die Augen zu gemacht, ich wollte nichts mehr sehen und hoffte nur, dass ich da irgendwie lebend wieder raus komme.


Meine Beine wurden links und rechts in zwei Halterungen geschnallt. Der Arzt setzte zum Dammschnitt an, zwischen zwei Wehen, ich spürte das Blut runter laufen und spürte den Schmerz, dann stemmte sich die Hebamme mit den Knien neben mir ins Bett und legte sich fast komplett auf meinen Bauch und drückte mit aller Gewalt nach unten, gleichzeitig wurde eine Saugglocke angesetzt, mit der der Arzt 2 mal abrutschte, was mir einen Scheidenriss bis zur Gebärmutter verschaffte, ich hatte furchtbare Schmerzen.

Das ganze Erlebte ich nur noch wie durch einen Vorhang, wie in Watte verpackt. Ich sah mich teilweise von Oben und hatte das Gefühl, ich bin nur eine Zuschauerin, gleichzeitig hab ich jeden Moment und vor allem diese unsagbaren Schmerzen vollkommen bewusst wahrgenommen.

Mittlerweile weiß ich, dass sich das was ich da erlebte Dissoziativer Zustand nennt. In einem als lebensbedrohlich wahrgenommenen Ereignis, das die eigenen Bewätigungsmöglichkeiten übersteigt und die betroffene Person mit Gefühlen der Hilflosigkeit und intensiver Angst überflutet und keine Flucht möglich ist, schaltet der menschliche Organismus auf Überlebensstrategien um, er erstarrt (ähnlich dem Totstellreflex) und dissoziiert.

Ich dachte nicht nur ch würde sterben, ich wollte es

Mir war schwindlig und ich hatte wieder Schüttelfrost, ich dachte nicht nur ich würde sterben, ich wollte es!
Ich dachte, nachdem ich mein Baby seit Stunden nicht gespürt hatte, dass ich es vielleicht gleich mitnehmen kann und das alles endlich ein Ende hatte.


Und dann hörten sie plötzlich auf…kurz danach hörte ich ein Baby weinen… ich hatte meine Augen immer noch geschlossen und fing an zu weinen, mir liefen die Tränen über die Wangen und ich wurde regelrecht von den Tränen geschüttelt. Ich weinte weil ich scheinbar doch noch lebte, aus Erleichterung und gleichzeitig Verzweiflung, ich weinte und wollte nie wieder meine Augen öffnen. Irgendwann meinte dann die Hebamme: „Sie müssen schon mal die Augen auf machen“. Ich öffnete die Augen und sah auf die Uhr, es war 4:10Uhr. Später erfuhr ich, dass mein Sohn um 4:04 geboren wurde, ich lag also noch 6 min mit geschlossenen Augen und weinend auf dem Bett.
Bis ich mein Baby endlich auf den Arm bekam war es gewaschen und roch nach Penaten Babyöl… es ist seltsam aber das ist mir am schlimmsten in Erinnerung. Mir wird heute noch schlecht, wenn ich diesen Geruch in der Nase habe.

Dieses Kind da in meinem Arm, das war nicht mein Baby, es roch nicht nach meinem Baby, es war irgendein Kind, aber nicht meins. Meins wurde einfach aus mir raus gerissen…Ich habe lange gebraucht mein Baby mit dem Baby das ich jetzt im Arm hielt in Verbindung zu bringen…Heute habe ich eine sehr tiefe und innige Bindung zu meinem Sohn, aber der Weg dahin war alles andere als leicht.

Ich dachte wirklich, jetzt sind die Qualen vorbei…ich war so naiv…
Mit meinem Baby auf dem Arm wurde ich schließlich genäht, ohne Betäubung. Der Schnitt wäre zu tief, da würde die Betäubung eh nicht helfen, hieß es. eine 3/4 Stunde lang dauerte die Prozedur.Bei jedem Zucken und jeder Träne von mir wurden die Augen gerollt.

Mein Baby war selbst total benommen, er hat in den ersten 24 Stunden kein einziges mal die Augen geöffnet…

Ich selbst hatte noch wochenlang wahnsinnige Schmerzen am Damm und in der Vagina, Rippenschmerzen bei jedem Atemzug, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen. 8 Monate hat es gedauert, bis an Geschlechtsverkehr überhaupt wieder zu denken war, insgesamt über ein Jahr dauerte es, bis dies wieder schmerzfrei ging und nochmal fast 1 1/2 Jahre bis mich mein Mann wieder am Damm berühren durfte ohne dass ich zusammen zuckte und mir Tränen in den Augen standen, etwa genauso lang, bis ich breitbeinig vor ihm liegen konnte, ohne die Geburt vor Augen zu haben…
Schmerzen an der Einstichstelle der PDA habe ich heute nach 3 Jahren noch gelegentlich.

naturvertrauen
2 Tage nach der Geburt, gerade Zuhause angekommen, nachdem ich mich selbst entlassen habe


Ich werde die Geburt meines Sohnes niemals vergessen, nur hat dies für mich eine ganz andere Bedeutung als es sein sollte – der Geburtstag meines Sohnes war der schlimmste Tag meines Lebens und hätte ich meinen Mann in der schwierigen Zeit nach der Geburt nicht gehabt, wäre ich heute mit Sicherheit nicht mehr hier…

weitere Informationen zur Gewalt in der Geburtshilfe:

Roses Revolution Deutschland auf gerechte Geburt

Roses Revolution auf Facebook

Roses Revolution Englisch

Human Rights in Childbirth

Gemüse – Quinoa – Küchlein

Gemüse – Quinoa – Küchlein

Ich liebe ja solche Küchlein in allen erdenklichen Variationen. Sie sind unheimlich vielseitig, schnell gemacht, gesund und das Wichtigste: Jamie steht drauf. Deshalb gibt es bei uns meisten gleich mehrmals die Woche solche Küchlein. Diesmal waren es Gemüse – Quinoa – Küchlein und was soll ich sagen? Es wurden 15 Stück und sie waren schneller Weg als ich überhaupt Küchlein sagen konnte. Solch eine Leckerei möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten und deshalb gibt es nun nach langer Zeit mal wieder ein Rezept von mir. Lass es dir schmecken.

3 große Karotten

2 kleine Zucchini

2 Paprika

1 Zwiebel

1 EL Chiasamen ( in wenig Wasser geliert)

6 EL (veganen) Parmesan

3 EL Haferflocken

6 EL Quinoa

Salz, Pfeffer,Kräuter nach Geschmack

eventuell Semmelbrösel

Öl zum rausbraten

 

6 EL Quinoa ca 5 min. in Wasser kochen, das Gemüse grob raspeln und mit den Chiasamen und dem Käse unter den abgetropften Quinoa mischen.Würzen und wenn nötig Semmelbrösel dazu geben, bis sich die Masse leicht formen lässt. Anschließend die Mischung ca eine halbe Stunde stehen lassen. Danach zu kleinen Küchlein formen und in Öl knusprig rausbacken.

Das war es schon. Ich mache gern noch einen Salat dazu oder schneide einfach ein bisschen Gemüse als Rohkost dazu auf.

Am besten machst du die Küchlein wenn du allein bist, man kann sie super aufwärmen, im Ofen warm halten oder auch kalt essen. Sonst kann es sein, dass der Teller schon leer gegessen ist, noch bevor du das letzte Küchlein aus der Pfanne geholt hast 😉

 

 

Raus aus der Wohnung – rein in die Freiheit

Raus aus der Wohnung – rein in die Freiheit

Puh kaum zu glauben, dass es jetzt so weit ist. Nach langem Planen, Rechnen und Träumen haben wir nun tatsächlich unsere Wohnung gekündigt und ziehen mit Jamie in ein Wohnmobil. Erstmal werden wir noch eine Weile vor Ort bleiben um ein paar Dinge zu klären und um noch ein bisschen Geld anzusparen und voraussichtlich Anfang nächstes Jahr geht es dann auf Open-End-Reise.

Zum 1.11. müssen wir raus sein aus der Wohnung. Das heißt, uns bleiben nun 3 Monate um die komplette Wohnung leer zu räumen und zu sortieren: Was brauchen wir wirklich und wollen es mitnehmen? ,Wovon können oder wollen wir uns noch nicht trennen und werden es deshalb erstmal bei meiner Mama im Keller lagern? Und was verkaufen oder verschenken wir? Dazu kommen noch Dinge wie Wände streichen, Reisepässe beantragen, ein Wohnmobil finden (das auch noch winterfest ist, da wir diesen Winter ja noch hier in der Kälte verbringen werden) und natürlich gilt es auch noch die ein oder andere Formalität zu klären. Nebenbei geht Alex noch Vollzeit arbeiten und  ich darf meine Arbeit bei all dem natürlich auch nicht vernachlässigen.

Auch Jamie muss sich öfter mal alleine beschäftigen, macht aber super mit und sitzt eine ganze Weile mit seinen Autos auf dem Boden oder sieht sich seine Tiptoi Bücher an.

Ganz schön viel zu tun, aber die Vorfreude auf die Freiheit ist momentan noch größer als der Stress. Mal schauen wie es in zwei Monaten aussieht.

Übermäßig viel zum Ausräumen haben wir zum Glück nicht mehr, da wir uns nun mittlerweile schon seit 1 1/2 Jahren in Minimalismus üben. Damals sind wir nämlich schon aus unserem 130 m² Haus mit Garten in eine 2 Zimmer Wohnung gezogen. Viel haben wir nicht behalten. Schon da landeten ganze 40 Müllsäcke Textilien in Kleiderkammern und Altkleidercontainern, ich hab keine Ahnung wo das alles war und vor allem wo es herkam. Einiges  haben wir schon verkauft oder verschenkt und gefühlte 100 mal waren wir beim Wertstoffhof zu Gast. Knappe 10 Umzugskisten zogen mit uns in die neue Wohnung und wir fühlten uns so viel leichter und befreiter.

Uns wurde aber schnell klar: Das war es noch nicht, das war nur ein kleiner Schritt auf unserem Weg. Die Idee mit dem Wohnmobil haben wir schon lange und wie erwähnt haben wir immer wieder geträumt und gerechnet und geplant, jedoch nie gemacht. Aus Angst, Unsicherheit, mit Sicherheit auch zum Teil Bequemlichkeit.

Jedoch haben wir uns gerade seit wir Eltern sind auch mental sehr verändert und weiter entwickelt, dieses Leben, das sind einfach nicht mehr wir. Wir wollen uns keinen Zwängen unterwerfen, weder irgendwelchen gesellschaftlichen oder beruflichen Zwängen, noch gesetzlichen wie z.B.: der Schulpflicht. Wir wollen frei sein, Jamie soll frei aufwachsen, frei lernen und leben können.

Wir haben in letzter Zeit festgestellt, dass wir uns wieder sehr in unsere Komfortzone zurück gezogen haben und unsere Pläne immer mehr wieder zu Träumereien wurden. Dieser Umstand und das daraus resultierende Gefühl, dass wir so aus diesem Hamsterrad nie raus kommen, wirkte sich natürlich auch auf unser Zusammenleben und unsere Beziehung aus. Wir hatten immer wieder mal Phasen, in denen der Stress überhand nahm und wir viel stritten, aber so schlimm wie diesmal war es noch nie. Wir stritten fast täglich, wir brüllten uns an, als wären wir verrückt und das Schlimmste: wir taten es vor unserem Kind! Genau das wollten wir nie tun. Wir wussten selbst wie schrecklich es für Kinder ist mit zu bekommen, wenn ihre Eltern so stritten und schrien, wir würden es anders machen – ja Pustekuchen. Jetzt standen wir hier, vergasen alles um uns herum und stritten als würde es kein Morgen geben  und Jamie stand daneben. Erst als er selbst weinend anfing uns anzuschreien merkten wir, dass hier irgendetwas schief lief. Wir schworen uns, nicht mehr zu streiten und nicht mehr jeden Stress an uns auszulassen. Das klappte ganz  gut… ungefähr eine Woche lang. Dann war der nächste Punkt erreicht, der das Fass wieder zum Überlaufen brachte.

So konnte es nicht weitergehen. Bei einem sehr langen Gespräch, das viele Tränen beinhaltete, sprachen wir beide den Gedanken aus, der uns am meisten Angst machte. Wenn wir so weitermachen, trennen wir uns irgendwann, egal wie sehr wir uns lieben. Es muss was passieren und zwar jetzt!

Wir merkten endlich, wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir es nie tun. Denn den perfekten Moment wird es nie geben. Ja und so schrieben wir gleich am nächsten Tag die Kündigung für unsere Wohnung, ohne überhaupt zu wissen, ob wir rechtzeitig ein Wohnmobil finden werden. Zur Not werden wir wohl ein paar Wochen bei meiner Mama unterkommen.

Wir sind unheimlich aufgeregt und nervös. Natürlich haben wir auch ein bisschen Angst aber gleichzeitig sind wir so unglaublich glücklich uns endlich zu trauen. Allein durch diese Entscheidung sind wir so viel entspannter und streiten sehr viel weniger. Der nächste große Schritt ist nun unsere Jobs zu kündigen und Deutschland den Rücken zu kehren. Ich werde dich hier natürlich auf dem Laufenden halten.

So, jetzt geh ich aber mal weiter sortieren. Wenn du irgendwas brauchst, wir verkaufen gerade nach und nach vieles bei Ebay Kleinanzeigen. Am besten schaust du einfach immer wieder mal rein.

Alles Liebe

Nina

 

 

Was sich alles verändert hat, seit wir uns vegan ernähren

Was sich alles verändert hat, seit wir uns vegan ernähren

Anfangs fiel uns die Ernährungsumstellung sehr schwer. Bevor Jamie geboren wurde waren wir furchtbare Esser. Jede Menge Zucker in Form von Süßigkeiten und 1,5 Liter Cola am Tag, Fertiggerichte und Pizzaservice waren bei uns keine Seltenheit. Gemüse oder Salat kamen hier allenfalls als Beilage oder eher Deko auf den Teller. Obst haben wir regelmäßig weggeschmissen, weil es schlecht wurde. Wären wir vor einem mit Gemüse gefüllten Kühlschrank gestanden, hätten wir gesagt: „Wir wissen nicht was wir kochen sollen, wir haben nichts da.“

Seit Jamies Geburt haben wir uns immer mehr und mehr mit dem Thema Ernährung beschäftigt und immer mehr umgestellt. Als erstes haben wir auf Industriezucker verzichtet und da schon gemerkt, was so eine Ernährungsumstellung ausmacht. Als nächstes haben wir immer mehr Gemüse in unsere Ernährung eingebaut, Milchprodukte weggelassen,… So ging das ganze eigentlich recht schleichend voran und es kam eins zum anderen und wir haben teilweise erst im Nachhinein gemerkt, dass wir plötzlich Dinge verändern, die wir nie wollten. Auch wir hatten die typischen Vorurteile gegenüber Veganern und der veganen Ernährung, heute können wir darüber nur noch lachen und den Kopf schütteln.

Nun ernähren wir uns mittlerweile seit einigen Monaten (mit wenigen Ausnahmen, die aber auch weniger werden und irgendwann mir Sicherheit ganz wegfallen) vegan. Und ich muss sagen, wir waren und sind teils immer noch sehr überrascht, was wirklich alles mit der Ernährung zusammenhängt.

Du nimmst ab und bekommst ein gesundes Gewicht

Dass wir angefangen haben abzunehmen ist ja erstmal nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Obst und Gemüse wesentlich weniger Kalorien als Fastfood hat. Dass wir aber, gerade Anfangs, in so einer rapiden Geschwindigkeit an Gewicht verlieren und dabei sogar wesentlich mehr essen als früher, hätten wir nicht gedacht. Bei Alex hat sich das Gewicht mittlerweile eingependelt, bei mir sind es noch ein paar Kilo zu viel, die zwar nun nicht mehr so schnell aber dafür stetig weniger werden.

weniger Hunger und kein Heißhunger mehr

Wir essen regelmäßiger und haben weniger Hunger. Während Alex früher riesige Portionen Schokomüsli mit Milch zum Frühstück und dann Vormittags in der Arbeit große Sandwiches mit Salami, Käse und Mayo und Knabberzeug nebenbei verdrückte, reicht ihm jetzt in der Früh ein grüner Smoothie und in der Arbeit ein Salat.

Gerade bei mir ist der starke Heißhunger verschwunden der dazu führte, dass ich nicht selten eine ganze Tafel Schokolade auf einmal aß. Ok  ich gebe es zu, es waren eher zwei und noch ein Eis hinterher. Wenn ich nun zwischendrin Hunger bekomme, der Heißhunger ist wirklich komplett weg, mache ich mir einen Rohkostteller, der aber mittlerweile eigentlich eh immer da steht und jeder mal rein greift.

Wir haben uns lange vor einer Ernährungsumstellung gesträubt, weil wir auf nichts verzichten wollten. Aussagen wie: „Ich verzichte auf nichts“ während gleichzeitig erzählt wurde, dass nun mehr Gemüse und weniger Süßes, kein Brot oder was auch immer mehr gegessen wird, konnten wir nicht ernst nehmen. Das war für uns Diät und Zwang.

kein Verzicht sondern ein erweiterter Speiseplan

Ja, was soll ich sagen? Jetzt gehören wir selbst zu denen, die sagen: Wir verzichten auf nichts. Und es stimmt. Aus unserer früheren Sicht verzichten wir natürlich auf jede Menge Dinge, die uns mal wichtig waren. Aber mit der Ernährungsumstellung verändert sich auch der Geschmack und die Vorlieben. Wir verzichten nicht, weil wir diese Dinge gar nicht mehr essen wollen, weil sie uns teilweise gar nicht mehr schmecken.

Ich habe zu Gast bei Freunden, gerade Anfangs, immer mal wieder z.B. Fleisch probiert wenn wir beim Grillen waren, obwohl es mich schon von Anfang an nicht gereizt hat und es hat mir tatsächlich nicht geschmeckt. So habe ich an solchen Abenden „nur“ gegrilltes Gemüse und Salat gegessen. Für andere sah es wahrscheinlich nach Verzicht aus und auch ich hätte es vor gar nicht all zu langer Zeit als Diät und Verzicht gesehen. Aber das ist es nicht, denn ich habe es ja freiwillig nicht gegessen, weil ich es nicht wollte, es mir eben nicht geschmeckt hat.

In Wirklichkeit erweitert sich dein Speiseplan sogar, wenn du dich vegan ernährst. Durch die Geschmacksänderung probierst du immer mehr neue Sachen. Dinge die dir nie geschmeckt haben, sind plötzlich so unglaublich lecker, dass du dich fragst, wie du nur dein Leben lang darauf verzichten konntest. Man wird experimentierfreudig und probiert viele Sachen aus. So genanntes Pseudogetreide wie z. B. Quinoa und Amaranth, aber auch Hülsenfrüchte wie rote Linsen hätte ich früher nie gekauft, jetzt bereichern sie täglich unser Essen. Alles schmeckt so viel intensiver und besser. Du merkst schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.

bessere Verdauung

Durch die vielen Enzyme und Ballaststoffe verbessert sich auch die Verdauung oder besser gesagt, sie normalisiert sich. Blähungen und ein harter Bauch gehören der Vergangenheit an.

schönere und klare Haut

Die Haut verbessert sich. Bleiche, trockene, pickelige, juckende und schuppende Haut weicht einer frischen, glatten und rosigen Haut. Sogar Ekzeme und Neurodermitis können völlig verschwinden. Ich habe seit Jahren an den Fußrücken und gelegentlich auf den Handrücken und dem Oberarm solche Ekzeme und wusste nie woher sie kamen. Seit wir uns vegan ernähren sind sie komplett verschwunden und wenn ich mal ein paar Tage Mist esse, was gerade während der Umstellungsphase noch vorkam, sind sie sofort wieder da.

bessere Gesundheit

Wir sind gesünder. Gut, wir waren schon immer eher selten krank und gingen noch nie wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt. Aber mit der Ernährungsumstellung sind auch die ganzen Wehwehchen verschwunden. Jamie war mit seinen fast 3 Jahren, außer zu den U`s, die hier in Bayern Pflicht sind, noch nie beim Arzt und Alex leidet nicht mehr ständig an Kopfschmerzen.

mehr Leistung und Bewegung

Wir sind leistungsfähiger und bewegen uns mehr. Bewegung macht plötzlich Spaß, wir sind voller Energie und Tatendrang. Kein träges auf der Couch sitzen mehr nach dem Essen. Endlich liefert uns die Nahrungsaufnahme das wofür sie gedacht ist. Wir machen nun regelmäßig Sport, das Auto bleibt so gut wie immer im Alltag stehen und wir laufen, wir gehen schwimmen und toben mit Jamie auf dem Spielplatz.

weniger Schlaf

Wir brauchen weniger Schlaf. Egal wie viel wir früher geschlafen haben, wir waren irgendwie immer müde. Ich brauchte jede Nacht mindestens 8, eher 10 Stunden schlaf um halbwegs zu funktionieren. Mit Kind eigentlich kaum möglich. Jamie war Phasenweise alle halbe Stunde wach und ich fix und fertig. Heute reicht mir viel weniger Schlaf. Klar liegen wir auch gern mal länger im Bett, vor allem um miteinander zu kuscheln, aber uns reichen auch 4 Stunden zum Schlafen um den ganzen Tag fit zu sein. Wodurch wir natürlich auch sehr viel Zeit gewinnen während Jamie schläft um z.B. zu arbeiten oder einfach mal Zeit als Paar zu haben.

erhöhte Konzentrationsfähigkeit

Wenn ich gerade vom Arbeiten rede. Auch diese geht nun viel schneller und leichter von der Hand, da wir uns viel besser konzentrieren können. Das Gehirn arbeitet einfach irgendwie effizienter.

stärkeres Selbstbewusstsein

Auch ein stärkeres Selbstbewusstsein ist ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt unserer Ernährungsumstellung. Dadurch, dass wir uns so viel besser und fitter fühlen, laufen wir automatisch aufrechter, gehen mit einem Lächeln in die Welt hinaus und strahlen an sich einfach viel mehr Zufriedenheit aus. Dies wiederum zieht andere Leute an, man wirkt einfach viel sympathischer.

entspannter und gelassener Umgang mit Stresssituationen

Die Letzte und für uns die wichtigste Veränderung seit wir uns vegan ernähren ist, dass wir wesentlich entspannter und gelassener werden, vor allem im Umgang mit Jamie.Wir sind auch in stressigen Situation nicht mehr so schnell genervt und können viel ruhiger und bedürfnisorientierter reagieren. Auch Alex und ich streiten viel weniger und ich muss sagen, ich werde das Gefühl nicht los, dass irgendwas in unserer alten Ernährung aggressiv macht.

Dass sich so unheimlich viel in unserem Leben ändern wird, nur weil wir unsere Ernährung umstellen und sich dadurch so viel neue Möglichkeiten und Wege auftun, hätte ich ehrlich gesagt nie gedacht und ich bin so froh, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben.

Dennoch werde ich bei manchen Dingen immer wieder Rückfällig. Also wenn ihr einen Tipp für einen megaleckeren veganen Käse für mich habt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Kommentar hinterlässt.

Alles Liebe

Nina

 

 

 

 

Fremdbetreuung und die Sache mit der Bindung

Fremdbetreuung und die Sache mit der Bindung

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Fremdbetreuung oder Selbstbetreuung? Bei dieser Frage kommt es nicht selten zu heftigen Diskussionen.

Eltern die ihre Kinder zur Tagesmutter geben oder in einer Krippe/Kita betreuen lassen, fühlen sich in den allermeisten Fällen schon allein von dem Wort „Fremdbetreuung“ angegriffen. Es wären ja gar keine fremden Leute die da auf das Kind aufpassen, man lernt sie schließlich vorher kennen. Mal abgesehen davon, dass man nach ein paar Wochen Eingewöhnung definitiv nicht von kennen sprechen kann, ist es nun mal auch der Fachbegriff dafür was es halt einfach ist.

Fremdbetreuung ist gegen jedes Grundbedürfnis kleiner Kinder

In Wirklichkeit sind es eher die Eltern bzw. Mütter die ihre Kinder selbst betreuen, die stark kritisiert werden. Übermutter, Hartz4, sich aushalten lassen, NUR Hausfrau,… das sind nur einige der Begriffe die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen. Nur weil man sein Kind nicht von anderen, ja in der Tat Fremden erziehen lassen will.

Fremdbetreuung ist gegen jedes Grundbedürfnis kleiner Kinder. Für eine sichere Bindung braucht ein Kind einen sicheren Hafen in Form seiner Mutter / seiner primären Bezugsperson (der Einfachheit halber ist im weiteren Text nur von der Mutter die Rede), aber mit Sicherheit nicht den Alltag in einer Aufbewahrungsanstalt.Viele Psychotherapeuten, Ärzte und Forscher sind sich einig: Säuglinge und Kleinkinder brauchen die ständige Anwesenheit der Mutter.

In der Bindungsforschung ist schon lange klar, dass die Mutter – Kind – Bindung, hingegen landläufiger Meinung, unersetzbar ist um ein optimales Gedeihen und die psychische Gesundheit eines Kindes sicher zu stellen. Dr. med. Karl Heinz Brisch, John Bowlby, Jean Liedloff und Prof. Dr. Gerald Hüther sind wohl die bekanntesten Namen derer, die sich diesem Thema widmen.

 Könnte man in Anbetracht dessen nicht warten bis die Kinder freiwillig ein paar Stunden mit anderen Kindern spielen möchten, was meist mit 3 bis 4 1/2 Jahren der Fall ist? Warum stellen manche Mütter ihre Arbeit und „Zeit für sich“ über die Grundbedürfnisse ihrer Kinder? Kann eine Mutter sich nicht für ein paar wenige Jahre ihres Lebens zurück nehmen um voll und ganz für ihre Kinder da zu sein und ihnen somit eine starke und gesunde Basis für ihr ganzes Leben mitzugeben?
Viele werden jetzt sagen, dass nun mal nicht jeder die Wahl hat, dass viele arbeiten müssen, da das Geld sonst nicht reicht.  Ich sage, es gibt (zumindest in Deutschland) fast immer einen Weg. 3 Jahre Elternzeit stehen hier jedem zu. Wie viel Geld bleibt von dem Verdienten am Ende bei vielen denn wirklich übrig, wenn man die Kosten für die Kinderbetreuung und Benzinkosten um das Kind in die Kita zu bringen und selbst zur Arbeit zu kommen abzieht? Braucht man wirklich ein Haus mit Garten von dem niemand was hat, weil man nur die Nächte dort verbringt oder zwei Autos? Wäre das Kind in einer 2 Zimmer Wohnung ohne Garten, dafür bei Mama nicht viel glücklicher?

Dem einzigen, dem eine frühe Fremdbetreuung wirklich was bringt, ist der Staat

Dem einzigen, dem eine frühe Fremdbetreuung wirklich was bringt, ist der Staat und das gleich in zweifacher Weise. Mütter werden als billige Arbeiter mobilisiert und die nächste Generation wird oft genug noch in den Windeln liegend seelisch gebrochen. Hier der Brief einer Mama, die sich zu den jüngsten Vorfällen in einer berliner Kita äußert. Die perfekten unreflektierten Jasager und Soldaten von morgen.
Eine Kindergartenpflicht wird längst diskutiert, der Staat maßt sich an, sich als besseren Erzieher unserer Kinder hinzustellen und Tritt unsere Rechte mit Füßen. Und wir? Wir lassen es uns gefallen und fallen auf den Deckmantel der Selbstbestimmung und Gleichberechtigung rein. Schöne neue Welt – kennt ihr das Buch von Aldous Huxley? Solltet ihr mal lesen. Weit sind wir nicht mehr davon entfernt.
„Aber mein Kind hat doch Spaß dort, es ist glücklich, am Abend vom Spielen mit seinen Freunden zufrieden und müde und außerdem: Jedes Kind ist anders.“ So oder so ähnlich klingen die Argumente der Befürworter der Fremdbetreuung. Das Kind geht ja schließlich freiwillig. Tut es das? Oder hat es zum Ende der Eingewöhnung ( die es, wäre es wirklich freiwillig dort, gar nicht bräuchte) einfach nur aufgegeben und sich seinem Schicksal gefügt? Das Heimweh und die Tränen sieht die Mutter nicht und am Abend erzählt die Erzieherin was die, von der Arbeit müde Mutter hören will: „Alles ok , klein Lisa hatte Spaß“.

 

Jeder Instinkt in uns schreit, dass das nicht richtig sein kann. Kinder die von ihrer Mutter getrennt werden, stehen unter enormen Stress und der ist bewiesenermaßen auch für uns Erwachsene alles andere als gesund. Ein kleines Kind kann die Zeit noch nicht abschätzen, ein paar Minuten können sich schon wie Stunden anfühlen, ein Tag im Kindergarten wie eine Ewigkeit. Die Kinder sind dabei meist nicht mal auffällig, im Gegenteil weinen sie oft äußerst selten, sind ruhig und angepasst. Im Erwachsenenalter entwickeln diese Kinder jedoch auffallend oft ausgeprägte Trennungsängste.

Der Cortisolspiegel erhöht sich bei fremdbetreuten Kindern unter 3 Jahren dauerhaft, das Urvertrauen wird empfindlich gestört, der Stress schadet nachweislich der Gehirnentwicklung. Zu diesen Ergebnissen kommen unter anderen die zwei großen Krippenstudien NICHD Study of Early Child Care and Youth Development und die Wiener Kinderkrippenstudie WiKi. Verhaltensänderungen werden laut Bowlby von den Eltern oft nicht mit der Fremdbetreuung in Verbindung gebracht, die Kinder in ihrer Not also nicht gesehen. Mangelnde Sozialkompetenz, Empathie sowie Bindungs- und  Persönlichkeitsstörungen sind nur wenige der möglichen Folgen der Fremdbetreuung.

Aber was ist denn mit dem oft zitierten afrikanischen Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen“? Ganz einfach: das ist kein Widerspruch! Das braucht es auch. Mütter die vollkommen mit ihren Kindern auf sich allein gestellt sind, das ist genauso unnatürlich, wie die Fremdbetreuung. Wir haben schon immer im Clan oder einer Großfamilie zusammen gelebt. Die Kinder wurden natürlicherweise von allen gemeinsam großgezogen und die Mutter bei ihren Aufgaben unterstützt.

Zwischen diesen beiden Dingen gibt es jedoch einen grundlegenden Unterschied: die Mutter war greifbar, das Kind wurde nicht von der Mutter getrennt, sondern der Mutter das Leben mit Kind ermöglicht. Dafür sollten wir kämpfen, nicht für noch mehr Krippenplätze.

Desweiteren „waren die betreuenden Personen in der Regel Teil eines mit der Mutter eng und persönlich verbundenen sozialen Netzes“ (Herbert Renz-Polster). Und genau darauf ziehen Portale wie z.B. kindergartenfrei.org ab. Die Mütter/Familien dort helfen sich gegenseitig und vernetzen sich. Ganz nach dem Motto:

“ Kinderbetreuung ist Familiensache!“

Quellen:
Bücher
Online

Warum ich meinen fast 3 jährigen noch stille

Warum ich meinen fast 3 jährigen noch stille

Stillen wird im Allgemeinen in unserer Gesellschaft nicht nur akzeptiert, sondern hat auch einen hohen Stellenwert. Zumindest solange das Kind nicht älter als 6 Monate ist und die Mutter sich dafür aber bitte auf der Toilette oder ihr Kind unter einem Tuch versteckt. Alles was darüber hinaus geht, ist für die meisten schon nicht mehr wirklich verständlich, wird aber meist noch akzeptiert. Sobald das Kind aber über ein Jahr alt ist oder bereits Laufen kann ist es auch mit der Akzeptanz schnell vorbei. Das Stillen über einem Jahr hat sogar einen eigenen Namen: Langzeitstillen nennt es sich gemeinhin. L A N G Z E I T S T I L L E N das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Allein dieses Wort impliziert schon, dass das Stillen ab etwa einem Jahr (höchstens) nicht mehr normal ist.

Das natürliche und biologisch sinnvolle Abstillalter des Menschen liegt irgendwo zwischen 2,5 und 7 Jahren

Eine seltsame Auffassung, wenn man bedenkt, dass das natürliche und biologisch sinnvolle Abstillalter des Menschen irgendwo zwischen 2,5 und 7 Jahren liegt wie es Katherine A. Dettwyler ausführlich auf wissenschaftlicher Ebene ausführt. Die Ergebnisse ihrer Studien könnt ihr bei der AFS in Kurzfassung auf deutsch nachlesen. Auch die WHO empfiehlt das Stillen bis mindestens zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus solange Mutter und Kind es wollen. Diese Empfehlung gilt ausdrücklich für alle Kinder weltweit, nicht wie oft angenommen nur für Dritte Welt Länder. Die American Academy of Pediatrics nennt in ihren Empfehlungen nicht mal eine genaue Zahl. Ihre Empfehlungen sagen lediglich, dass es keine Obergrenze für die Stilldauer und keinen Beleg für Schädigungen hinsichtlich der Psyche oder der Entwicklung gibt, wenn bis in das dritte Lebensjahr oder länger gestillt wird.

In unserer Gesellschaft hat sich jedoch eine irrationale Angst augebreitet, das Kind würde vielleicht nie selbständig werden, wenn es so lange gestillt wird, sich niemals selbst abstillen und Essstörungen entwickeln wenn man zum trösten stillt. In Wahrheit ist eher das Gegenteil der Fall.

Auch die Freiheit der Mutter wird immer wieder als Argument für das zeitige Abstillen genannt. Johanna Bose hat es meiner Meinung nach in einem Artikel auf ihrem Blog Rubbelbatz auf den Punkt gebracht:

„Meinem Empfinden nach wird das auch in unserer Gesellschaft oft so kommuniziert und als normal empfunden. Eine Mutter darf sich nicht „aufopfern“ und „braucht irgendwann wieder ihre Ruhe“. Und wenn eine Mutter es doch länger erduldet, dass das Baby an ihrer Brust hängt, dann stimmt irgendwas nicht mit ihr. Vermutlich möchte sie das kleine Wesen nicht in die Unabhängigkeit entlassen, weil sie Trennungsängste hat. Ich wage es oft nicht so direkt anzusprechen, weil letztendlich ja jeder für sich entscheiden muss und ich niemandem ein schlechtes Gewissen machen möchte. Aber ich frage mich zwei Dinge: Braucht eine Mutter das wirklich, ihre Unabhängigkeit? Hat sie ein „Recht“ darauf? Zählen ihre Bedürfnisse mehr als die des Babys? Und: Hat sie dann wirklich mehr Ruhe?“

Stillen ist so viel mehr als Nahrung. Es ist Liebe, Nähe, Geborgenheit, Trost, Wärme, Sicherheit, es ist einfach allumfassend.

Natürlich ist ein zweijähriges Kind nicht mehr unbedingt auf die Muttermilch angewiesen um nicht zu verhungern, jedoch ist stillen so viel mehr als Nahrung. Es ist Liebe, Nähe, Geborgenheit, Trost, Wärme, Sicherheit, es ist einfach allumfassend.

Stillen

Wie viele Kinder bekommen weit über das erste Lebensjahr hinaus einen Schnuller und auch weiter Säuglingsmilch in der Flasche angeboten? Dieser Anblick ist für uns etwas völlig normales, ein Kind hat ja schließlich auch ein Saugbedürfnis das erst nach bis zu 7 Jahren langsam verschwindet. Warum geben wir unseren Kindern dann nicht einfach die Brust solange es sie braucht? Warum höre ich immer wieder Sätze wie: „Ich bin doch kein Schnullerersatz“? Schnullerersatz? Was soll das sein? Ich kenne nur den Schnuller als Brustersatz. Dieses völlig verdrehte Denken ist, wenn auch ein sehr harmloses Beispiel, mit ein Resultat einer Erziehung, die darauf abziehlt, Kinder so schnell wie möglich auf sich allein gestellt zu lassen, die auf Johanna Haarer, einer Autorin von Erziehungsratgebern der Nazizeit zurück geht. Ihr Bestseller „die Deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ wurde, nachdem es entnazifiziert wurde, noch bis 1987 aufgelegt.

 Für das Stillen über das normalisierte erste Jahr hinaus, sprechen nicht nur die psychischen Aspekte.

Aber für das Stillen über das normalisierte erste Jahr hinaus, sprechen nicht nur die psychischen Aspekte. 500ml Muttermilch decken, bei einem Kleinkind über einem Jahr unter anderem noch

  • 43% des Proteinbedarfs
  • 40% des Calciumbedarfs
  • 90% des Vitamin C Bedarfs und
  • 80% des Vitamin A Bedarfs

hinzu kommt, dass auch der Energiebedarf noch zu einem großen Teil von der Muttermilch gedeckt wird.

Muttermilch enthält um den zweiten Geburtstag herum nochmal ähnlich viele Abwehrstoffe wie das Kollostrum. Wäre es wirklich nicht normal, in diesem Alter noch zu stillen, wäre dies nicht der Fall. Gleichzeitig profitiert das gestillte Kleinkind natürlich auch weiterhin von den vielen Vorteilen , die Muttermilch sowieso immer mit sich bringt. So wirkt Muttermilch nicht nur schmerzstillend. Gestillte Kinder sind darüber hinaus auch seltener übergewichtig, seltener krank, oft weniger wählerisch beim Essen und haben meißt eine optimal entwickelte Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, was Zahnfehlstellungen vorbeugt und der Sprachentwicklung zu gute kommt. Darüber hinaus verweigern kranke Kinder oft jegliche Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, Muttermilch wird aber in aller Regel auch dann angenommen.

Und auch der Mutter kommt das Stillen über das erste Jahr hinaus entgegen. Gegen die allgemeine Meinung, das längeres stillen ungesund für die Mutter wäre, vermindert stillen effektiv die Gefahr der Mutter an verschiedenen Krankheiten wie Gebärmutterkrebs, Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen, Osteoporose, Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.

In Anbedracht dessen ist der Ausdruck Langzeitstillen nicht nur irreführend, sondern schlicht und einfach falsch. Viel eher würde es passen, wenn man anders herum kürzeres Stillen als das bezeichnen würde, was es nunmal ist: verkürztes Stillen. Oder wir nennen das Stillen über das erste Lebensjahr hinaus einfach nur „Stillen“. Denn genau das ist es nämlich, nicht mehr und nicht weniger, es ist natürlich und schon gar nichts Besonderes. Sondern einfach nur: Stillen.

7 Möglichkeiten wie du grüne Smoothies fast kostenlos herstellen kannst

7 Möglichkeiten wie du grüne Smoothies fast kostenlos herstellen kannst

Wie du bei grünen Smoothies Geld sparen kannst

Grüne Smoothies sind toll, aber sein wir mal ehrlich: Wenn man nicht gleich seine komplette Ernährung umstellen will, sondern die Smoothies eher zusätzlich zu sich nimmt, kann es ganz schön ins Geld gehen. Braucht man doch einiges mehr an Obst und vor allem an grünem Blattgemüse und Kräutern.

grüne Smoothies günstig herstellen

Aber es geht auch anders. Als wir mit grünen Smoothies angefangen haben, brauchten wir sogar plötzlich weniger Geld als vorher. Hier möchte ich euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie ihr bei den Zutaten einiges an Geld sparen könnt.

  • Achtet darauf, nur Obst und Blattgemüse zu kaufen, dass gerade Saison hat
  • Auch regionales Obst und Gemüse ist meißt günstiger als importiertes. Mal ganz abgesehen vom Nachhaltigkeitsaspekt
  • Geht Samstag Abend kurz vor Ladenschluss einkaufen oder auf den Markt kurz bevor er schließt. Obst und Gemüse, das am Montag nicht mehr verkauft werden kann, wird dann meißt für ein paar Cent verkauft
  • Schaut, wenn ihr einkaufen seid, nach lose rumliegenden Blattgrün von z.B. Karotten, Rote Beete, Kolrabi, Radieschen oder auch einzelnen Salatblättern. Viele Leute lassen diese nämlich gleich im Laden liegen um sie Zuhause nicht wegwerfen zu müssen. Gut für uns, denn das Blattgrün enthält meißt wesentlich mehr Vitamine und Nährstoffe als das Gemüse selbst
  • Geht raus in die Natur. Sie schenkt uns eigentlich alles, was wir brauchen. Löwenzahn, Gänseblümchen oder Brennnessel und ihre Schwester die Taubnessel, wachsen eigentlich überall und können nicht nur im Smoothie verwendet werden, sondern sorgen auch im Salat für Abwechslung. Auch die jungen Blätter von Bäumen wie Apfel- oder Haselnussbaum und die Blüten von Obstbäumen sind essbar
  • Auch Obst findet man oftmals frei zugänglich bei einem Spaziergang. Nur Vorsicht: meißt gehören die Obstbäume und Sträucher jemandem. Auf Seiten wie z.B. Mundraub sind jede Menge legale Fundorte aufgelistet.
  • Engagiert euch beim foodsharing. In den meißten größeren Städten sind an verscheidenen Orten so genannte Fair-Teiler aufgestellt. Dort könnt ihr nicht nur übriggebliebene Lebensmittel hinbringen, sondern euch auch Lebensmittel von anderen mitnehmen.

Auf diese Art spart ihr nicht nur einen Haufen Geld, sondern kommt auch noch in den Genuß lauter neuer Geschmackserlebnisse.

Wenn ihr auch noch Tipps habt, wie man güsntig grüne Smoothies mixen kann, hinterlasst mir doch ein Kommentar.